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Daggi´s Blog Depression Geschichten

Krankenpfleger in der Psychiatrie

Dieser Artikel ist heute den Pflegern gewidmet. Den wirklichen Helden auf den Stationen der Psychiatrie. Für diese Menschen empfinde ich absolut den tiefsten Respekt. In der Zeit des Aufenthaltes hatte ich am Abend oder auch nachts die Gelegenheit mich mit den Pflegern den Stationen zu unterhalten.

Sobald du offen und ehrlich mit ihnen redest und sie respektvoll behandelst, sind sie so weit sie können, bereit dir zu helfen.

Ich hatte die Gelegenheit, dass eine oder andere durchaus private Gespräch mit diesen Pflegern zu führen. Für viele dieser wundervollen Menschen ist es wirklich eine Herzensangelegenheit, den Patienten helfen zu wollen. Sie entscheiden sich oft sehr bewusst dafür- genau diesen Weg zu gehen.

Seelenenstscheidungen

Natürlich müssen sie auch eine gesunde Distanz zum Patienten wahren, um deren Geschichten nicht mit heim zu nehmen oder selbst zu erkranken.

Es gibt auch unter den Patienten einige , die vorher ihre Berufskollegen waren. Auch solchen Menschen bin ich begegnet.

Was ich aber eine riesige Schweinerei finde ist, wie mit diesen Menschen umgegangen wird, was ihre Bezahlung angeht. Einige erzählten mir, dass sie seit 14 Jahren keine Gehaltserhöhung erhalten haben.

Was mir in meiner Zeit als Buchhalter und Steuerfachdepp aufgefallen ist. In diesem System geht es vielen nur um den Gewinn.  Investitionen als Geldanlage in Krankenhäuser und Pflegedienste boomt. Und studierte Fatzkes, die BWL studiert haben, verdienen sich eine goldene Nase auf den Rücken der Pfleger. Das widert mich an. Gesundheitswesen sollte in staatliche Hände gehören und nicht als Gelddruckmaschine dienen. Wie krank ist dieses System??

Warum gilt hier nicht Menschlichkeit und Anerkennung auch gegenüber der Leistung der Pflegenden in finanzieller Form? Wenn ich den Schwachsinn lese, den die oben in der Politik beschließen, dann kann ich oft nur kotzen. Auch was die Versorgung von uns „psychisch“ Kranken angeht. Manchmal denke ich die Leute sollten mal die Rollen tauschen. Die Krankenpfleger könnten mit Sicherheit eine bessere Politik machen, weil sie eben wissen wovon sie reden. Ohne dieses Herzengagement der Menschen auf den Stationen würde es echt mau aussehen.

Vielen Dank für euer Engagement – ohne dass ihr es manchmal wisst, ändert ihr Leben.

Deswegen danke ich auch diesem Weg ehrlich allen Pflegern auf den Stationen, die sich um die psychisch Erkrankten kümmern, die ihr Herzblut reingeben. Auch wenn wir uns manchmal wegen den Corona Regeln gestritten haben, weil ich eine Patientin umarmt habe und diese mir es verbaten, wegen den Vorschriften. Das ich meinte es sei Folter, jemand nicht zu umarmen. Trotzdem seit ihr Alltagshelden für mich. Manchmal würde ich mir wünschen, dass ihr noch mehr auf die Patienten eingehen könntet, stand sie festzubinden. Doch ich kann auch eure Bedenken verstehen. Dass ihr nicht mehr Leute zur Verfügung habt. Ich zolle euch mit diesem Blog meinen höchsten Respekt und bedanke mich recht herzlich für euer Engagement.

Danke sagt Dagmar

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Daggi´s Blog Depression

Ella in Talk

Gespräche mit meiner Depression Ella

Daggi: Hey Ella – bist wieder mal voll aktiv heute – oder?

Ella: Du vergisst mich ganz gern, wenn du wieder versuchst in den Alltag zu kommen. Ich fühle mich nicht gesehen. Deswegen musste ich mich massiv wieder bei dir melden!!

Daggi: Ich dachte, ich hätte es für dieses Mal wieder überstanden, aber die dunklen Gedanken sind ja volle Kanne wieder da. Meine Fresse. Dat is echt alles andere als lustig.

Ella: Meinst du ick bin dein Schosshund und warte lieb un nett, det kannst aber volle Kanne knicken. Ick bin düster, dunkel und kann dir voll ins Dunkle treiben, dann beherrsche ick dir und deene Gedanken.

Daggi: Ja det habe ick wieder mächtig gespürt, die letzten Tage. Besonders bei de Frage – wozu ick überhaupt nutze bin. Wenn gefühlt allet den Bach runter geht – Klimaerwärmung, Corona, nix passiert dat die Menschen uff die Natur achten. Dat tut mir innerlich weh. Ick mach ja och zu wenig für die Natur. Bin nicht gut genug, weit genug. Fühle mich sehr mit ihr verbunden. Hab vielleicht och Heimweh nach Buschow… Seufz. Die olle Hitze macht mit feritg und ick sitz sinnlos zu Hause rum und red mit meiner Depression. Tolle Wolle.

Ella: Hast schon wieda Weltuntergangsstimmung?

Daggi: Na is doch wahr. Ick versuch schon nur noch öffentlich zu fahren, koofe meest Scondhand oder what gescheitet, bin jahrelang mit nen Erdgasauto gefahren, doch wenn ick den janzen Plastikmüll sehe, denn die Menschen in de Natur schmeissen, denn tut mir det weh..

Ella: Erzähl mal mehr davon… What de Anfang des Jahres entdeckt hast, weswegen de keene Lust mehr groß uff Shopping hast..

Daggi: Ok – wenn de meenst. Ick habe mir überlegt, wenn so nen Produkt billig in China oder anderen Entwicklungsländern unter billigen Bedingungen produziert wird, denn wird det nach Deutschland geschafft uff dem Weg mit nen Fliega oder per Schiff um den halben Erdball. Denn hier z.B. bei Amazon verkloppt und du koofst den Quatsch. Da die Ware vielleicht Mist is, schickste det zurück oder schmeisst det weg. Denn kommen die von Amazon und hauen det in den Müll, denn det is billiger als det wieder zu verkoofen oder reparieren. Der wird denn wieda irgendwo hin verschifft und landet dort uff Müll, vielleicht in Afrika in ner Savanne oder im Meer. Denn frisst det zum Beispiel der Fisch, der denn uff meenem Teller landet. Den fress ick denn. What für nen Wahnsinn. Da soll man nich depressiv werden.

Ella: Hör uff, det is ja der blanke Wahnsinn. Da kann man ja echt mit nem Kopf jegen die Wand loofen.

Daggi: Ja und wie soll man det aushalten, wenn de det mal verstanden hast, Ella. Det is voll Scheisse.

Ella: Ja da geb ick dir recht. Aber det waren jetzt nich die letzten Tage deene Gedanken.

Daggi: Nee – ick habe mir einfach gefragt wozu ick überhaupt nutze bin. Uff dieser bekloppten Welt. Lebe ja selbst nich mal plastikfrei. Muss mir och an die eigene Nase fassen. Warum sind de Leute alle so bequem. Schliess mir ja da nich aus…

Ella: Man man und what willste jetzt machen?

Daggi: Mit dir reden und dir zutexten? Vielleicht uffklären. Doch welche Kraft hab ick alleene? Meenste det war der Ruf von Mutta Erde vor 3 Jahren, dat se meine Hilf brauch? Bin ick da nich zu spät dran? Ach Mensch Ella. Ick brauch mal nen Arschtritt und jemand der mit mir mitmacht.

Ella: Ja Ja stattdessen malst de Dödelbilder inne Klinik – inspiriert von the Brain.

Daggi: Ella – man eye musste denn alles verraten?

Ella: Kichert und verschwindet.

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Daggi´s Blog Depression The Brain

Meet the Brain

Verrücktes Huhn mit Talent zum Unsichtbarwerden und absoluter Situationskomik, Kämpferherz und von 1000 Minions begleitet, schüchtern, aber auch sehr stur 🙂

Es is Umzugstag. Das lustige Bettenroulette rollt und die Kugel springt uff Hauptgewinn. Och wen et zunächst nich so aussieht.

Zunächst bin ick in de Kinik einfach nur froh, mal wieda mehr Privatsphäre zu haben. Raus aus dem Überwachungsbereich und Viermannzimma – in den „Luxus“bereich der Station. Zweimann-Zimma. Wie geil is det denn. Endlich mal nich immer Radau, sondern etwas mehr Privatsphäre.

Der Schalk blitzt ihr aus dem Gesicht.

Claudia wirkt zunächst unscheinbar, doch beim Einräumen meiner Klamotten in den Schrank – merken wir schnell – da is ne ähnliche Energie da. Claudia hat Humor – sehr schwarz und so überraschend. So was liebe ick ja und ick steige voll druff in. Ick beginne sie ab dem Moment einfach gern zu haben und mich in see zu verlieben – wees der Geier warum. Aber det is ja och egal. Sie schenkt mir aber eines zurück – was ick lange nich mehr hatte – mein Lachen und die Lust uff Blödsinn.

Wozu mich diese Zimmernachbarin noch anstiften wird, warum ick plötzlich Amor spiele, what für Schandtaten ick plötzlich mache – davon mehr in einigen andern Blogs. Die durchaus sehr spannend und heita werden. Denn och in der Psychatrie is det Leben nich immer nur traurig, sondern sehr überraschend. Und vielen Dank an Cluadia – du hast mir mein Lachen wiedajeschenkt. Fühl dir geknutscht und umarmt meene Keule. Daggi

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Daggi´s Blog Depression Krebs The Brain

Gastblog „Schockdiagnose“

2018 fing alles an. Ich hatte diesen Husten, den ich einfach nicht losgeworden bin.

Schockdiagnose

Eine Kollegin hat damals darauf bestanden, dass ich zum Arzt gehe.

Meine Hausärztin hat mich damals gründlich untersucht, erster Verdacht: vielleicht Keuchhusten

Sie hat dann noch ein Ultraschall der Lunge gemacht. Da hat sie zwar was gesehen, aber nicht genau was.

Überweisung mit Termin zum Lungen-CT 1 Tag später.

Als ich dann am Freitag wegen Befundbesprechung bei ihr in der Praxis war, hat sich auf einmal alles überschlagen:

Da hieß es plötzlich was von Lungenembolie und ich solle auf jeden Fall ins Krankenhaus.

Ich glaube ich hab bei einem Telefonat noch nie so geheult wie damals.

Was ab da passiert ist, kann ich beim besten Willen nicht sagen.

Ich weiß nur noch, dass mein Vater abends gegen 19 Uhr im Krankenhaus aufschlug. Offensichtlich hatte er alles stehen und liegen gelassen und die 2stündige Fahrt zu mir auf sich genommen.

Ab meiner Aufnahme war dann ständig irgendwas und ich kann mich einfach nicht mehr daran erinnern.

Dunkel erinnere ich mich an eine Aussage:

„Darmkrebs, mit Metastasen in Leber und Lunge.“

Sonst war ich wie in Trance und alles lief an mir vorbei.

Solche Situationen häufen sich mit der Zeit natürlich. Ich weiß viele Dinge einfach nicht (mehr) auch wenn ich dabei war. Claudia

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Daggi´s Blog Depression

Suizidversuch – 3. Teil

Jetzt hast du erfahren, wie so ein Suizidversuch im Aussen aussehen kann. Doch damit habe ich mich nicht zufrieden gegeben. Ich wollte dir auch meine Gedanken und Gefühle in Bildern einfangen.

Das war glaube ich die schwierigste Aufgabe.

Wie bekomme ich diese Gedanken, Gefühle und Bilder während der Depression vom Inneren ins Aussen.Um dir zu zeigen, wie eine Depression sich anfühlt. Dieses Sterben, diese Todesgedanken, diese Sehnsucht nach Ruhe und diese inneren Qualen.

Dabei haben mir veschiedene Menschen geholfen. Dieses Mal geht mein Dank an Daniel Hertrich von https://www.hertrich.photo und meinen Freund Bernad´ Marth, der sich die Zeit genommen hat, mit mir auf dem Dachboden zu shooten. Ohne diese Freundschaft hätte ich mich nicht soweit öffnen können, dass diese Bilder entstehen. Einige Bilder sind durch mich entstanden.

Jemand, der nicht davon betroffen ist, kann sich eine Depression nicht vorstellen. Maler versuchen so etwas in Bildern festzuhalten oder Schriftsteller in Büchern zu verarbeiten. Hier einam zwei sehr bekannte Beispiele: Schau dir mal das Bild: „Der Schrei“ von Edward Munch an. Das Bild drückt für mich die Qual einer Depression aus. Der Maler versuchte in dem Bild eine Angstattacke zu verarbeiten, die er während eines Abendspaziergangs erlitt.

Oder denk mal an die Dementoren bei Harry-Potter Büchern von J.K. Rowling. Mit diesen Wesen hat die Schriftstellerin wohl ihre eigenen Depressionen dargestellt. Wesen die einem die Seele aussaugen. Durchaus sehr passend beschrieben. Ich wünschte mir auch einen Patronuszauber, der die Depression vertreibt und mich davor beschützt.

Doch ich schweife ab. Zurück zu meinen inneren Gefühlen. Wenn ich mich damit auseinander setze, kann ich akzeptieren – dass diese Gefühle vorhanden sind. Magst du die Bilder sehen, in den Kopf eines Depressiven sehen? Dann wünsche ich dir viel Entdeckungslust und Neugier, trotz des schwierigen Themas.

Nacht für Nacht spüre ich die Qual. Aufgeschreckt.
Ich versuche dem inneren Gefängnis zu entkommen.
Strecke die Hand aus, doch hab das Gefühl –
dass keiner da der ist und mich erreicht.
Ich fühle mich gefesselt, sprachlos und niemand hört meinen stummen Schrei.
Ich lasse niemand mehr an mich heran.
Und Stück für Stück ziehe ich mich ins Innere zurück.
Nach Aussen spiele ich die Starke, doch langsam ist der Entschluss gefasst.
Ich will für immer gehen.
Suche nach Plätzen zum Sterben.
Will keinen mehr sehen.
Den Frieden denke ich werde ich mit dieser Entscheidung finden.
Bin nicht mehr in der Lage an den Schmerz meiner Kinder
und meiner Familie zu denken.
Der Tod so meine Meinung beendet das Problem
und die schwarzen Foltereien.
Ich scheibe den Abschiedsbrief an meine Lieben.
Erleichterung durchflutet mich.
Ich nehme die Tabletten in die Hand.
Und schlucke sie hinab. Ekel schüttelt mich.
Weil ich diesen Geschmack nicht mehr mag.
Der Frieden und die Ruhe sind innerlich da.
Ich denke es ist vorbei.
Und wenn es nicht klappt, dann land ich wieder in der Psychatrie.
Doch dann ist da dieses widerwertige ekelhafte Gefühl. Bedrohlich wie eine Wand. Kotzerbsengrün so fühlt sich dieses Sterben an.
Und dann ist da dieses Gefühl von pinkem Licht von hinten rechts.
Das schiebt diese Wand zurück. Und ich erwache nach 10 Stunden Schlaf.

Soweit einen kleinen Ausflug in meine innere Gefühlswelt.

Und zum Schluss eine Warnung:

Bitte wenn jemand sich durch diese Bilder getriggert fühlt.

Suizid ist keine Lösung. Hole dir Hilfe -Bitte!!

TelefonSeelsorge (alle Zielgruppen)

Telefonnummer: 0800 / 111 0 111 oder 0800 / 111 0 222
Erreichbar rund um die Uhr und Anrufe auch an Wochenenden und Feiertagen möglich
.

Danke für deine heutige Aufmerksamkeit.

Dagmar

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Daggi´s Blog Depression

Suizidversuch – 2. Teil

Heute morgen bin ich emotional in der Lage über meinen letzten Suizidversuch zu schreiben. Das ist, wie du weisst, kein leichtes Thema für mich. Trotzdem will ich dich hinter die Fassade schauen lassen. Damit du weisst, wie es sich anfühlt, wie so etwas aussieht.

In der Hoffnung, dass falls du von Depressionen betroffen bist, es nicht tust. Das du dir Hilfe suchst oder die Kraft findest, wieder aufzustehen. Für alle Neugierigen oder betroffenen Angehörigen – dass ihr vielleicht Anzeichen erkennen könnt und falls es der Fall ist, jemand Betroffenen helfen könnt.

Wie ich bereits gestern im 1. Teil schrieb, fiel mir die Auseinandersetzung mit meinem eigenen Verhalten sehr schwer. Es kostet mich enorme Kraft, mich nochmals in einem Fotoshooting dahinein zu begeben und mich damit bewusst auseinander zu setzen.

Ich danke auf diesem Wege Daniel Hertrich von https://www.hertrich.photo ganz herzlich für seinen Mut und seine Ruhe, mich durch dieses besondere Fotoshooting zu begleiten.

Doch habe ich die Hoffnung, dass mich diese Konfrontation – falls ich wieder eine Depression bekomme, von einem Suzidversuch abhält. Ebenso habe ich meine Checkliste Rot entwickelt, die mir in diesem Fall einen einfachen Ausweg bieten soll. Gern kannst du diese Checkliste Rot (als PDF) oder Checkliste Rot als (Worddatei) auch für deine Zwecke nutzen.

Falls jemand glaubt Suizid sei eine Lösung, dem sage ich heute: „Suizid ist immer ein sehr mächtiger und schmerzhafter Prozess. Die Gewalt des Sterbens ist eine sehr brachiale und wegweisende Erfahrung. Ähnlich wie die Geburt mit wahnsinnigen Schmerzen und einem sehr kraftvollen Übergang für Mutter und Kind verbunden ist, so ist es auch der Tod. Wenn du glaubst, es gibt einen friedlichen und schmerzfreien Suizid – vergiss es.“

Doch genug der Worte, jetzt will ich euch einfach die Bilder im Aussen zeigen.

Lasst Sie auf dich wirken.

Verzweifelt sitz ich Nacht für Nacht und kann nicht schlafen.
Gedanken kreisen dunkel wie Raben, die mich foltern.
Seh keine Lösung, kein Ausweg. Spüre nur den Schmerz.
Will das es aufhört, vorbei ist dieses Gefängnis, dieses Leben.
Der Entschluss ist gefallen, wieder Mal. Will gehen – weiss es geht nicht ohne Qual.
Schreibe ein paar Zeilen nieder – zum Abschied – mal wieder.
Die Zeilen fallen mir so schwer. Ich bin so müde. Meine Seele weint.
Lege den Brief ab. Es ist vollbracht.
Letzte Zweifel in der Küche.
Es ist Zeit zu gehen.
Ich tue den letzten Schritt und hoffe, es gibt kein Wiedersehen.
Das zu tun ist nicht leicht. Es fällt mir schwer. Hektisch schluck ich die Pillen. Ich will nicht mehr.
Ob das reicht ich weiss es nicht. Nehme alles was ich hab.
Mich würgt es, fast bekomme ich sie nicht herunter. Es ekelt mich dieser Geschmack.
Noch ein Glas und es ist geschafft.
Decke mich zu. Es ist vollbracht.
Hoffe auf den Frieden und die Ruhe.
Doch was mich dann erwartet, habe ich nicht gedacht.
Die Wand des Lähmung und des Todes rückt näher wie eine grüne verschliegende Wand . Doch ein Blitz aus dem Hirn schiebt die Bedrohung mit voller Macht zurück. Und wenn ich auch schlafe, so schiebt mich etwas voller Wucht ins Leben. Es scheint wohl für mich noch eine Aufgabe zu geben. Nach 10 Stunden erwache ich und stehe auf, breche vor den Augen meines Mitbewohners zusammen. Der leistet erste Hilfe und fordert dann den Krankenwagen an. Ich spüre nur noch den Luftzug und die Bewegungen der Trage, höre Stimmen mehr nicht. Filmriss…Und komme wirklich erst 4 Tage später zu mir in der geschlossenen Abteilung der Psychatrie.

Und so startet mein Rückkehr ins Leben….

Eine Warnung an jeden der sich angefixt fühlt, das nachzumachen. Glaube mir es geht schief. Hinterher sind deine Probleme oft größer als vorher. Körperliche oder noch mehr seelische Probleme aus deinem Suizidversuch begleiten dich. Schmerz kann vergehen und wenn man wirklich um Hilfe bittet, findet sich jemand – der für dich da ist. Sollte es dir wirklich einmal so schlecht gehen, dass du keinen Ausweg weisst, dann nutze diesen Link: https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/wo-finde-ich-hilfe .

Schau dir gern wie oben genannt den Blog zur Checkliste Rot (meine persönliche Notfallliste: Checkliste Rot (als PDF) oder Checkliste Rot als (Worddatei) an. Oder wenn du niemanden vertraust, nimm Kontakt mit mir auf.

Alles Liebe bis zum nächsten Blog.

Dagmar

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Daggi´s Blog Depression

Der Abschiedsbrief

Wirkliches Begreifen ist erst durch Konfrontation möglich.

Ich sitze hier an meinem Computer und hadere mit mir. Soll ich mich so sehr outen? Doch ich habe ein Versprechen in der Psychatrie abgegeben und dass muss ich halten. Ein Versprechen mir selbst gegenüber – Menschen über Depression aufzuklären.

Gefühlsmäßig ist das gerade als würde ich nackt über den Marienplatz laufen und alle Menschen dort schauen mir zu. Arggg* – Ich hasse es.

Doch nur so kann ich wirklich begreifen, was ich getan habe. Selbstkonfrontation. Mir schiessen die Gedanken durch den Kopf: „Ich bin keine Heldin – sondern ein verzweifeltes menschliches Wesen, das will das der Zustand aufhört. Der dass nicht mehr fühlen will. “ Gerade lese ich noch einmal die folgenden Zeilen meines Abschiedsbriefes, die ich damals verfasst habe:

Hallo ihr Lieben! Es ist Zeit Abschied zu nehmen. Ich empfinde diese Welt als nicht mehr lebenswert. Das Leben, das ich führe, ist nicht mehr das meine. Ich komme mir vor wie eine ausgehöhlte Marionette, die nur noch an den Fäden tanzt. Alles was mir bisher Spaß gemacht hat, erscheint mir sinnlos. Egal ob es die Fotografie, lesen , spazieren gehen oder wandern ist. Es ist als sei ich eine Hülle, die lebt.

Ich bin erstarrt, wie ein Tier auf der Flucht. Gedanken, die mich quälen Nacht für Nacht. Ich mag nicht mehr. Ich kann nicht mehr. Verzeiht mir diesen Schritt. Ich empfinde nichts mehr lebenswertes in diesem Leben – keine wirkliche Freude. Vor lauter Funktionieren, ist mir diese in den Jahren abhanden gekommen. Nur ganz selten zeigen sich Gefühle, wenn ich weine. Und dann sind es Tränen der Verzweiflung, der Trauer und der Wut.

Ich bin leer und traurig – nicht mehr. Bitte versteht, wenn ich so nicht bis ins Rentenalter weitermachen kann. Ich habe alles was ich tat, immer versucht auch für andere da zu sein. Ausser in der Fotografie. Das war wirklich etwas, dass ich liebte. Doch selbst dies war nur ein Traum. Denn in Wirklichkeit bedarf es hier viel mehr des Talentes und des Verkaufens.

Neulich saß ich am Marienplatz und empfand nur Trauer und Leere. So starb dieser Traum.

Wenn ich an meine Jobs denke, reizt mich nichts mehr. Im empfinde es als sinnlos mir Steuererklärungen und Zahlungen anzusehen. Ebenso mag ich keine psychatrischen Kliniken mit so vielen Menschen. Kein wirkliches Lösen von Problemen. Die muss man doch alleine lösen. Ich bin müde.

Bitte verlängert nicht mein Leben, quält mich nicht und lasst mich gehen. Denkt an mich in Liebe und nicht in Haß. Verzeiht mir, was ich euch antat – ich kann nicht mehr. Ich denke an euch in tiefster Liebe. Daggi

Wenn ich das so lese, schwingt gerade viel Traurigkeit und auch Müdigkeit in meiner Seele mit. Wie oft sagte meine Seele in letzter Zeit zu mir, „Ich bin so müde.“ Es ist als wenn dies nicht mehr mein Leben ist, sondern als wenn ich nicht hierher gehöre. Als wenn mich etwas anderes ruft. Und dieser Ruf ist sehr stark. Doch darüber werde ich einmal in einem anderen Blog schreiben. Für heute wünsche ich euch einen guten Abend. Dagmar