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Daggi´s Blog Küche

Daggi Kreativ: „Apfelmusmuffins“

Nun da ick ja nich nur immer über die Depression schreiben will, gibt et hier wie versprochen, det erste eigene Rezept zu den Apfelmusmuffins:

Zutaten:

350 g Apfelmuss oder Apfelkompott

100g Vollkornmehr

50g Honig

1/2 Teelöffel Backpulver

1 Ei

50 g griechischen Joghurt

1 kl. Apfel

1 Esslöffel Zimt

1 Esslöffel Rapsöl

3 Esslöffel Haferflocken

Zubereitung:

Vollkornmehl mit Apfelkompott und Honig mixen. Dann Backpullver unterheben. Ei und griechischen Joghurt hinzugeben. Einen kleinen Apfel würfeln und die Stücke hinzugeben. Mit Zimt würzen. Alles durchmischen.

In einer Pfanne ein Löffel Rapsöl geben und die 3 Esslöffel Haferflocken leicht braun anrösten. Mit Pfannenwender wenden, damit sie nicht anbrennen. Dann dem Teig hinzugeben. Anschliessend die Muffinform gut einfetten. Die Masse jeweils bis 3/4 der Form einfüllen.

Je nach Apfelsorte kann der Teig etwas nass sein. Dann etwas Mehl hinzugeben. Dann wird der Teig fester.

Das Ganze bei 180 Grad Umluft auf der 2 untersten Schiene ca. 25 Minuten abbacken. Kann auch länger dauern. Ab und an Gabelprobe machen, wie nass der Teig ist. Und auch die Kruste beobachten.

Der Teig reicht für 6 Muffins. Sonst die Menge einfach verdoppeln.

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Daggi´s Blog Depression

Ella in Talk

Gespräche mit meiner Depression Ella

Daggi: Hey Ella – bist wieder mal voll aktiv heute – oder?

Ella: Du vergisst mich ganz gern, wenn du wieder versuchst in den Alltag zu kommen. Ich fühle mich nicht gesehen. Deswegen musste ich mich massiv wieder bei dir melden!!

Daggi: Ich dachte, ich hätte es für dieses Mal wieder überstanden, aber die dunklen Gedanken sind ja volle Kanne wieder da. Meine Fresse. Dat is echt alles andere als lustig.

Ella: Meinst du ick bin dein Schosshund und warte lieb un nett, det kannst aber volle Kanne knicken. Ick bin düster, dunkel und kann dir voll ins Dunkle treiben, dann beherrsche ick dir und deene Gedanken.

Daggi: Ja det habe ick wieder mächtig gespürt, die letzten Tage. Besonders bei de Frage – wozu ick überhaupt nutze bin. Wenn gefühlt allet den Bach runter geht – Klimaerwärmung, Corona, nix passiert dat die Menschen uff die Natur achten. Dat tut mir innerlich weh. Ick mach ja och zu wenig für die Natur. Bin nicht gut genug, weit genug. Fühle mich sehr mit ihr verbunden. Hab vielleicht och Heimweh nach Buschow… Seufz. Die olle Hitze macht mit feritg und ick sitz sinnlos zu Hause rum und red mit meiner Depression. Tolle Wolle.

Ella: Hast schon wieda Weltuntergangsstimmung?

Daggi: Na is doch wahr. Ick versuch schon nur noch öffentlich zu fahren, koofe meest Scondhand oder what gescheitet, bin jahrelang mit nen Erdgasauto gefahren, doch wenn ick den janzen Plastikmüll sehe, denn die Menschen in de Natur schmeissen, denn tut mir det weh..

Ella: Erzähl mal mehr davon… What de Anfang des Jahres entdeckt hast, weswegen de keene Lust mehr groß uff Shopping hast..

Daggi: Ok – wenn de meenst. Ick habe mir überlegt, wenn so nen Produkt billig in China oder anderen Entwicklungsländern unter billigen Bedingungen produziert wird, denn wird det nach Deutschland geschafft uff dem Weg mit nen Fliega oder per Schiff um den halben Erdball. Denn hier z.B. bei Amazon verkloppt und du koofst den Quatsch. Da die Ware vielleicht Mist is, schickste det zurück oder schmeisst det weg. Denn kommen die von Amazon und hauen det in den Müll, denn det is billiger als det wieder zu verkoofen oder reparieren. Der wird denn wieda irgendwo hin verschifft und landet dort uff Müll, vielleicht in Afrika in ner Savanne oder im Meer. Denn frisst det zum Beispiel der Fisch, der denn uff meenem Teller landet. Den fress ick denn. What für nen Wahnsinn. Da soll man nich depressiv werden.

Ella: Hör uff, det is ja der blanke Wahnsinn. Da kann man ja echt mit nem Kopf jegen die Wand loofen.

Daggi: Ja und wie soll man det aushalten, wenn de det mal verstanden hast, Ella. Det is voll Scheisse.

Ella: Ja da geb ick dir recht. Aber det waren jetzt nich die letzten Tage deene Gedanken.

Daggi: Nee – ick habe mir einfach gefragt wozu ick überhaupt nutze bin. Uff dieser bekloppten Welt. Lebe ja selbst nich mal plastikfrei. Muss mir och an die eigene Nase fassen. Warum sind de Leute alle so bequem. Schliess mir ja da nich aus…

Ella: Man man und what willste jetzt machen?

Daggi: Mit dir reden und dir zutexten? Vielleicht uffklären. Doch welche Kraft hab ick alleene? Meenste det war der Ruf von Mutta Erde vor 3 Jahren, dat se meine Hilf brauch? Bin ick da nich zu spät dran? Ach Mensch Ella. Ick brauch mal nen Arschtritt und jemand der mit mir mitmacht.

Ella: Ja Ja stattdessen malst de Dödelbilder inne Klinik – inspiriert von the Brain.

Daggi: Ella – man eye musste denn alles verraten?

Ella: Kichert und verschwindet.

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Daggi´s Blog Depression Spiritualität

Rückfall oder Neubeginn

Ella ist wieder mit voller Wucht da.

Seit dem wir aus dem Havelland zurück sind, schleudere ich wieder hin und her. Am Montag bin ich platt. Schlafe fast den ganzen Tag und bin einfach nur fertig mit der Welt.

Am Dienstag ermüden mich die Anträge und der ganze Schreibkram mit den Behörden. Du kommst dir vor wie ein Bittsteller, obwohl dir das ganze zusteht. Ich habe mein Leben lang gearbeitet und in diese staatlichen Versicherungen eingezahlt. Doch keiner weiss, was er macht und man wird nur hingehalten und durchgewinkt. So mein Gefühl.

Dann sind plötzlich wieder diese schwarzen Gedanken da, wozu das Ganze? Bin ich es überhaupt wert? Was soll ich hier auf dieser Welt? Ich will nicht mehr, will einfach nur noch weg? Nicht mehr leben.

Diese Gedanken sind sehr massiv. Mitten in der S-Bahn – ich melde mich bei Heiko – habe es ja versprochen. Doch ich belaste ihn auch damit. Das spüre ich. Dieses Hin- und Her macht auch ihn kirre. Ich gehe zur Beruhigung in den Gerstecker. Einfach den Geruch von Papier und Kunst, stille Musik – das entspannt meine Nerven. Doch dies ist nur von kurzer Dauer.

Bereits am Abend merke ich wieder meine absolute Müdigkeit und ich führe dass immer noch auf mein Medikament zurück, sind wieder diese absolut dunklen Gedanken da – diese Wand aus Dunkelheit und zum ersten Mal mache ich etwas, dass ich sonst nur im Achtsamkeitstraining mache. Ich lege mich aufs Bett und begrüsse diese Dunkelheit – lasse sie einfach nur da sein. Umarme sie. Frage sie was sie mir mitteilen will. Und ich lasse ihr den Raum – einfach nur da zu sein.

Und etwas unglaubliches passiert, sie lösst sich auf. In mir ist plötzlich tiefer Frieden und ich bin glücklich. Als ich dann die Wäsche aufhänge, sitzt eine Amsel auf der Wäscheleine und es scheint als blicke sie mich an. „Siehste schaffst du doch“, scheint sie zu sagen und ich bin glücklich. Ich habe Ella einfach da sein lassen und sie umarmt, und es ist gut so wie es ist.

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Daggi´s Blog Depression The Brain

Gastautor: Wahnsinn, dein Name ist Bettenroulette

Nachdem ich in der onkologischen Tagesklinik irgendwann meine Maske, dass alles gut sei, nicht mehr erhalten konnte und einen totalen Nervenzusammenbruch hingelegt habe, hielt man es dort für besser, mich in die Psychiatrie einzuweisen.

Es war ein Kulturschock!

Geschlossene Abteilung. Das bedeutet jedes Fenster ist gesichert, gefährliche Gegenstände werden dir abgenommen und von der Station kommst du nur, wenn dir das Personal die Tür öffnet.

Anfangs darfst du ohne Begleitung nicht mal ins Treppenhaus!

Mit der Zeit gewöhnt man sich dran.

Dann ist da aber noch ein Faktor, der zu berücksichtigen ist: Zimmernachbarinnen

In 2 oder 3 Wochen hatte ich es auf 5 verschiedene Zimmernachbarinnen gebracht.

Natürlich hab ich mir die Schuld gegeben und es als „Ich bin eben so unerträglich, dass es keiner mit mir aushält“ abgehakt.

Dann war da plötzlich Frischfleisch.

Grimassen schneiden kann ich prima

Mein erster Gedankengang: „Die zieht ne Fresse, da wird ja die Milch sauer. Na Mahlzeit.“

Ich beschloss, erst mal schweigend zu beobachten, bis ich sie „einnorden“ konnte.

Es war schwierig für mich zu erkennen, ob sie Komplimente ernst meint, oder mich nur verarschen will.

Das ist eines meiner größten Probleme.

Die anderen wären: auf Andere zugehen, um Hilfe zu bitten, mich nicht immer als lästigen Störfaktor zu sehen, Gespräche beginnen, etwas für mich zu fordern, Aufmerksamkeit zu bekommen.

Liebe und Aufmerksamkeit anzunehmen ist schwer, wenn man das nicht gewöhnt ist.

Ich möchte ungern jemandem unnötige Arbeit zu machen.

Also wurde erst mal still beobachtet.

Wie sehr ich mich mit meiner Einschätzung von Dagmar getäuscht hatte, sollte ich noch früh genug merken.

Claudia

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Daggi´s Blog Depression Mutter Erde Spiritualität

Der Ruf

Wenn du meinst du bist verrückt und dann erst wirklich erwachst.

Heute Morgen nach zwei Tagen voller Zweifel und Müdigkeit will ich heute über etwas sehr persönliches schreiben. Etwas dass ich bisher so mit nur sehr wenigen Personen geteilt habe. Warum? Nun ja, weil ich es nicht wirklich wahr haben wollte.

Es geht um eine Zeit jeweils nach meinen Depressionen, in denen Ereignisse auftraten, die ich mir so nicht erklären konnte. Doch vielleicht muss man auch nicht immer alles zerreden.

Doch zurück zum Anfang. Schon immer hatte ich das Gefühl dass ich anders bin. Zurückhaltender, sensibler – dass mehr in mir steckt, wusste ich damals noch nicht. Aber bereits in meiner Jugend gab es eine große Liebe – nicht zu einer bestimmten Person – nein es war die tiefe Verbundenheit und Liebe zu meinem Land – dem Märkischen Luch – mein Havelland.

Sehnsuchtsort – Havelland

Wann immer ich durch die Wälder und Wiesen streifte, barfuss, mit dem Fahrrad oder meiner Mädelsgang – ich war glücklich.

Als ich dann unglücklich aus Berlin von einem gescheiterten BWL-Studium und einer toxischen Beziehung meine erste Depression bekam, kehrte ich nach Hause zurück. Dort sprach ich nicht viel mit niemandem, doch ich war im Garten und unterwegs. Und mein Land heilte mich.

Von dort ging es dann hinaus in die bayrische Unbekannte – einen neuen Job ein neues Leben anfangen, doch meine Heimat der blieb ich im Herzen sehr sehr lange verbunden. Es dauerte bis zu 5 Jahren ehe ich sie „vergessen“ konnte.

Die Morgennebel, diese Weite und die Natur.

Im Herzen war dieser Ort immer in mir. Doch wie es im Leben läuft, kommen Mann, Kinder, Arbeit, Hausbau und auch die nächsten Krankheitsschübe – ausgelöst durch Überarbeitung, Geburt oder aus welchem Grund auch immer. Mein Lachen, meine Fröhlichkeit und meine Ideen wurden immer seltener. Ich fühlte mich immer mehr im Hamsterrad, getrieben.

Nach meiner ersten großen Depression vor 10 Jahren, bei der ich in der Klinik war, fiel mir plötzlich eine Anzeige in die Hände. Schamanische Ausbildung – ich fühlte mich wie magisch angezogen. Doch ich dachte zu teuer. Und der Moment der Magie brach. Doch in dieser Zeit entdeckte ich die Fotografie – mein Sprachrohr, meine Ausdrucksmittel – um mich zu zeigen. Meine Sicht der Dinge zu erklären.

Dann gab es noch einige Male solchezarten Rufe, doch ich verstand diese nicht wirklich. Vor 3 Jahren es war im Jahr 2018 im Allgäu – März kalter Wind, Schnee so hoch das Auge reichte und ich auf einer Mutterkur hatte Zeit für mich – auszuruhen, zu entspannen. Maratonwandern mit den Mädels, Sauna, Kneipgüsse, doch auch viel unterwegs mit mir allein und dachte über mich und mein Leben nach.

Da spürte ich diesen Ruf in mir.

Da war plötzlich als ich so über das Land schaute, dieser Ruf in mir. Einfach so – ganz ruhig: Keine Vision -nur diese Worte: “ Dagmar ich brauche dich.“ Und dieser Ruf kam von Mutter Erde. Direkt unter meinen Füßen, stark und kraftvoll. Weder war ich betrunken noch hatte ich Drogen genommen. Mehr nicht…

Ich verstand diesen Ruf nicht, wusste nichts damit anzufangen – konnte mir keinen Reim darauf machen. Wenn ich es jemand erzählte, würde ich doch für bekloppt gehalten werden.

Heute Morgen und nach dem Besuch letzte Woche im Havelland weiss ich warum dieser Ruf erfolgte, doch davon mehr in einer anderen Geschichte. Heute wünsche ich euch einen guten Tag und achtet auf unsere Mutter Erde.

Sonst wird sie sich säubern, wie sie es bereits schon oft genug tut – wenn man respektlos mit ihr umgeht. Dagmar

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Daggi´s Blog Depression The Brain

Meet the Brain

Verrücktes Huhn mit Talent zum Unsichtbarwerden und absoluter Situationskomik, Kämpferherz und von 1000 Minions begleitet, schüchtern, aber auch sehr stur 🙂

Es is Umzugstag. Das lustige Bettenroulette rollt und die Kugel springt uff Hauptgewinn. Och wen et zunächst nich so aussieht.

Zunächst bin ick in de Kinik einfach nur froh, mal wieda mehr Privatsphäre zu haben. Raus aus dem Überwachungsbereich und Viermannzimma – in den „Luxus“bereich der Station. Zweimann-Zimma. Wie geil is det denn. Endlich mal nich immer Radau, sondern etwas mehr Privatsphäre.

Der Schalk blitzt ihr aus dem Gesicht.

Claudia wirkt zunächst unscheinbar, doch beim Einräumen meiner Klamotten in den Schrank – merken wir schnell – da is ne ähnliche Energie da. Claudia hat Humor – sehr schwarz und so überraschend. So was liebe ick ja und ick steige voll druff in. Ick beginne sie ab dem Moment einfach gern zu haben und mich in see zu verlieben – wees der Geier warum. Aber det is ja och egal. Sie schenkt mir aber eines zurück – was ick lange nich mehr hatte – mein Lachen und die Lust uff Blödsinn.

Wozu mich diese Zimmernachbarin noch anstiften wird, warum ick plötzlich Amor spiele, what für Schandtaten ick plötzlich mache – davon mehr in einigen andern Blogs. Die durchaus sehr spannend und heita werden. Denn och in der Psychatrie is det Leben nich immer nur traurig, sondern sehr überraschend. Und vielen Dank an Cluadia – du hast mir mein Lachen wiedajeschenkt. Fühl dir geknutscht und umarmt meene Keule. Daggi

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Daggi´s Blog Depression Krebs The Brain

Gastblog: Der Schreck „Chemotherapie“

Ich denke jeder von uns hat ein Bild im Kopf, wenn er das Wort „Chemotherapie“ hört.

Den meisten wird es da ähnlich gehen, wie mir früher:

Man denkt an abgemagerte, müde aussehende Leute, die kahlköpfig sind und denen es richtig dreckig geht.

Als ich zu meiner ersten „Sitzung“ in die onkologische Tagesklinik des Klinikums Rechts der Isar kam, hatte ich Angst.

Gefühl von Angst

Ich war ein zitterndes, heulendes Häufchen Elend.

Die Mitarbeiter dort, muss ich wirklich loben. Sie sind sehr einfühlsam und, weil damals kein hohes Patientenaufkommen war, hatten sie etwas mehr Zeit zur Verfügung.

Ich werde nie vergessen, wie Bernd, einer der Pfleger dort, dieses Mehr an Zeit genutzt hat, um sich zu mir zu setzen, meine Hand zu halten und einfach nur für mich da zu sein.

Einfach für mich da sein.

Seit damals sind Bernd und ich per du. Wir witzeln immer rum, hauen uns gern gegenseitig in die Pfanne und er nennt mich nur allzu gerne „Strickliesl“.

Bis auf die anfängliche Angst, verläuft meine Therapie auch sehr gut.

Bei diesen Sitzungen wartet man eigentlich nur ab, dass die Infusion in deinen Körper läuft.

Ich habe meine Haare nicht verloren, ich musste nicht ständig kotzen.

Ok, bei Kälte werden mir Finger und Zehen taub, ich kann nur mit Handschuhen ins Tiefkühlfach fassen. Gibt beim Einkaufen gern mal komische Blicke, is mir aber total egal.

Claudia

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Daggi´s Blog Depression

Wozu?

Schlaflos

Dieser Tag is wieda sehr herausfordernd für mir. Gleichzeitig wie ein Dejavue. Und man fragt sich wieda, ist dat aufstehen noch sinnvoll? Wozu mach ick den ganzen Quark hier übahaupt? Und jeda Plan – und jede Hoffnung, die ick mir im Koppe mache – knickt wie een Kartenhaus in diesem Moment in mir zusammen.

Wieso? Wenn ick die Bilder von den Naturkatastrophen im Rheinland sehe, die Verzweiflung der Bürgameisterin im Interview spüre und denn die nichtssagenden Phrasen von irgenwelche Politiker höre, denn könnt ick nur kotzen, wenn ick höre dat ne 94 jährige Rentnerin nach Jugendstrafrecht für Verbrechen in der Nazizeit angeklagt wird, wenn ick nen Anruf von ner Freundin aus der Klinik bekomme und denn die Nachricht höre, dass se bei ihr wieda nur die Medikamente wechseln, statt sie in ihren Ursachen zu behandeln, denn könnt ick heulen. Wenn ick die Verzweiflung und die Verlusten der Menschen bei den schlagartigen Übaschwemmungen sehe und an den Tsunami damals ins Sri Lanka denken muss, der die Geschichte meiner Family und meiner Schwesta so srark änderte, weil och sie durch so eine Flutwelle nur knapp überlebte…

Dann könnt ick nur heulen und meene schwarzen Gedanken loslassen. Dann frag ick mir wieda, warum bin ick denn eigentlich noch da? What kann ick denn tun, um zu helfen? Da zu sein mit meene Fähigkeiten? Und spüre dann mich wieda so sinnlos in dem Moment. Dann stell ick meen Leben wieda so in Frage. Ick wees det soll ick nich, doch denn kann ick nich anders, verfluche meene Hochsensibilität und mein ick denke alles im Gesamtbild-Denken. Denn bin ick wieda einfach nur müde, von det Geschwätz der Politiker und die Bilder der Nachrichten. Doch ick beschliess dran zu bleiben und einfach eene Stimme zu sein. Eene Stimme die für die Menschen, der Katastrophe betet – und sich wünscht, dat wir alle erkennen – dat genau jetzt Zeit is zu handeln. Unsere eigenen Gewohnheiten und Bequemlichkeiten zu hinterfragen und unsere Beziehung zur Natur zu ändern. Ihr wieda den Respekt zu zollen, der ihr gebürt. Und nich den Raubbau zu betreiben, wie bisher. Et liegt an jedem selbst sich an die eigene Nase zu fassen und what zu tun. Ick werd et versuchen, och wenn det vielleicht momentan sinnlos scheint, aber irgend nen Sinn muss ja da sein – sonst dreh ick hier noch völlig hohl und daruf hab ick echt keene Lust mehr. So schön is nen psychatrtischet Krankenhaus occh nich…

Ick sitze wohl grad wieda in nen schwarzet kleenet Downloch und muss erstma wieda Luft holen. Zumindest hat ma det Schreiben geholfen, aus meen schwarzet Loch wieda rauszukommen. In diesem Sinne hat det Bloggen vielleicht seine Funktion erfüllt und bessa geholfen als det Antidepressiva. Ick wünsch euch eene gute Nacht und bete für die Opfa det Hochwassas und die verzweifelten Menschen. Vielleicht kann ick ja och what tun. Det muss ick aml sehen. Daggi

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Daggi´s Blog Depression Krebs The Brain

Gastblog „Schockdiagnose“

2018 fing alles an. Ich hatte diesen Husten, den ich einfach nicht losgeworden bin.

Schockdiagnose

Eine Kollegin hat damals darauf bestanden, dass ich zum Arzt gehe.

Meine Hausärztin hat mich damals gründlich untersucht, erster Verdacht: vielleicht Keuchhusten

Sie hat dann noch ein Ultraschall der Lunge gemacht. Da hat sie zwar was gesehen, aber nicht genau was.

Überweisung mit Termin zum Lungen-CT 1 Tag später.

Als ich dann am Freitag wegen Befundbesprechung bei ihr in der Praxis war, hat sich auf einmal alles überschlagen:

Da hieß es plötzlich was von Lungenembolie und ich solle auf jeden Fall ins Krankenhaus.

Ich glaube ich hab bei einem Telefonat noch nie so geheult wie damals.

Was ab da passiert ist, kann ich beim besten Willen nicht sagen.

Ich weiß nur noch, dass mein Vater abends gegen 19 Uhr im Krankenhaus aufschlug. Offensichtlich hatte er alles stehen und liegen gelassen und die 2stündige Fahrt zu mir auf sich genommen.

Ab meiner Aufnahme war dann ständig irgendwas und ich kann mich einfach nicht mehr daran erinnern.

Dunkel erinnere ich mich an eine Aussage:

„Darmkrebs, mit Metastasen in Leber und Lunge.“

Sonst war ich wie in Trance und alles lief an mir vorbei.

Solche Situationen häufen sich mit der Zeit natürlich. Ich weiß viele Dinge einfach nicht (mehr) auch wenn ich dabei war. Claudia

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Daggi´s Blog Depression Fotografie

Sozialstaat?

Als wenn mich Ella nicht schon genug ärgert, bekommt man immer noch eens oben druff. Inner Klinik haben see mir empfohlen, mach ne Wiedereingliederung ins Arbeitsleben über die Rentenversicherung.

Gedanken kreisen dunkel wie Raben, die mich foltern.

Hast ja lange genug gearbeitet. Det is ja keen Problem.

Ok der Antrag is gestellt. Alles ingereicht. Toll. Fällt mir eh schon schwer den ganzen Scheiss zu beantragen. Kopien über Kopien, Formulare über Formulare.

Mein Krankengeld wegen der Depression is ausgelofen. Wo krieg ick jetzt meine Kohle her? Nun es gibt 6 Monate Überbrückungsgeld nach Sozialgeseetzbuch, damit ick weiter Geld beziehen kann. Um dann meine Wiedereingliederung zu machen.

Jetzt schmeissen dir die Behörden aber wieder Steine zwischen die Füße. Die Rentenversicherung schickt dir nen Bogen, dat du zur medizinischen Reha sollst und der medizinische Dienst der Arbeitsagentur is der Meinung, dat du wieder arbeiten kannst. Det muss nix gezahlt werden.

Det du ja dem Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung stehst. Die Schweineprista. Ohne dass se mal mit dir gesprochen haben oder dir gesehen haben. Keene hat getestet, ob ick wirklich wieda arbeiten kann. Nur uff Grund von de Aktenlage. 3 rezivierende Depression und Suizidversuche sind ja nich ausreichend. Kannst ja arbeiten. Echt irgendwie kommste dir da doch leicht verarscht vor. Als wenn de nich eh schon genug mit der Scheisskrankheit und Scheidung zu kämpfen hast.

Allerdings is die Dame von der Arbeitsagentur sehr nett und teilt mir mit, datt ick noch mal die ganzen Unterlagen einreichen soll, die ick noch habe.

Tolle Wolle. Na ick werd euch informieren, wie die Posse weitergeht mit unserem Sozialstaat und meena Ella. Uff jeden Fall musste wohl kämpfen, um denen kräftig in Arsch zu treten. *Seufz*

Na wir werden sehen. Euch nen schönen Tag und nich de Rübe hängen lassen. Daggi