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Rückfall oder Neubeginn

Ella ist wieder mit voller Wucht da.

Seit dem wir aus dem Havelland zurück sind, schleudere ich wieder hin und her. Am Montag bin ich platt. Schlafe fast den ganzen Tag und bin einfach nur fertig mit der Welt.

Am Dienstag ermüden mich die Anträge und der ganze Schreibkram mit den Behörden. Du kommst dir vor wie ein Bittsteller, obwohl dir das ganze zusteht. Ich habe mein Leben lang gearbeitet und in diese staatlichen Versicherungen eingezahlt. Doch keiner weiss, was er macht und man wird nur hingehalten und durchgewinkt. So mein Gefühl.

Dann sind plötzlich wieder diese schwarzen Gedanken da, wozu das Ganze? Bin ich es überhaupt wert? Was soll ich hier auf dieser Welt? Ich will nicht mehr, will einfach nur noch weg? Nicht mehr leben.

Diese Gedanken sind sehr massiv. Mitten in der S-Bahn – ich melde mich bei Heiko – habe es ja versprochen. Doch ich belaste ihn auch damit. Das spüre ich. Dieses Hin- und Her macht auch ihn kirre. Ich gehe zur Beruhigung in den Gerstecker. Einfach den Geruch von Papier und Kunst, stille Musik – das entspannt meine Nerven. Doch dies ist nur von kurzer Dauer.

Bereits am Abend merke ich wieder meine absolute Müdigkeit und ich führe dass immer noch auf mein Medikament zurück, sind wieder diese absolut dunklen Gedanken da – diese Wand aus Dunkelheit und zum ersten Mal mache ich etwas, dass ich sonst nur im Achtsamkeitstraining mache. Ich lege mich aufs Bett und begrüsse diese Dunkelheit – lasse sie einfach nur da sein. Umarme sie. Frage sie was sie mir mitteilen will. Und ich lasse ihr den Raum – einfach nur da zu sein.

Und etwas unglaubliches passiert, sie lösst sich auf. In mir ist plötzlich tiefer Frieden und ich bin glücklich. Als ich dann die Wäsche aufhänge, sitzt eine Amsel auf der Wäscheleine und es scheint als blicke sie mich an. „Siehste schaffst du doch“, scheint sie zu sagen und ich bin glücklich. Ich habe Ella einfach da sein lassen und sie umarmt, und es ist gut so wie es ist.

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Der Ruf

Wenn du meinst du bist verrückt und dann erst wirklich erwachst.

Heute Morgen nach zwei Tagen voller Zweifel und Müdigkeit will ich heute über etwas sehr persönliches schreiben. Etwas dass ich bisher so mit nur sehr wenigen Personen geteilt habe. Warum? Nun ja, weil ich es nicht wirklich wahr haben wollte.

Es geht um eine Zeit jeweils nach meinen Depressionen, in denen Ereignisse auftraten, die ich mir so nicht erklären konnte. Doch vielleicht muss man auch nicht immer alles zerreden.

Doch zurück zum Anfang. Schon immer hatte ich das Gefühl dass ich anders bin. Zurückhaltender, sensibler – dass mehr in mir steckt, wusste ich damals noch nicht. Aber bereits in meiner Jugend gab es eine große Liebe – nicht zu einer bestimmten Person – nein es war die tiefe Verbundenheit und Liebe zu meinem Land – dem Märkischen Luch – mein Havelland.

Sehnsuchtsort – Havelland

Wann immer ich durch die Wälder und Wiesen streifte, barfuss, mit dem Fahrrad oder meiner Mädelsgang – ich war glücklich.

Als ich dann unglücklich aus Berlin von einem gescheiterten BWL-Studium und einer toxischen Beziehung meine erste Depression bekam, kehrte ich nach Hause zurück. Dort sprach ich nicht viel mit niemandem, doch ich war im Garten und unterwegs. Und mein Land heilte mich.

Von dort ging es dann hinaus in die bayrische Unbekannte – einen neuen Job ein neues Leben anfangen, doch meine Heimat der blieb ich im Herzen sehr sehr lange verbunden. Es dauerte bis zu 5 Jahren ehe ich sie „vergessen“ konnte.

Die Morgennebel, diese Weite und die Natur.

Im Herzen war dieser Ort immer in mir. Doch wie es im Leben läuft, kommen Mann, Kinder, Arbeit, Hausbau und auch die nächsten Krankheitsschübe – ausgelöst durch Überarbeitung, Geburt oder aus welchem Grund auch immer. Mein Lachen, meine Fröhlichkeit und meine Ideen wurden immer seltener. Ich fühlte mich immer mehr im Hamsterrad, getrieben.

Nach meiner ersten großen Depression vor 10 Jahren, bei der ich in der Klinik war, fiel mir plötzlich eine Anzeige in die Hände. Schamanische Ausbildung – ich fühlte mich wie magisch angezogen. Doch ich dachte zu teuer. Und der Moment der Magie brach. Doch in dieser Zeit entdeckte ich die Fotografie – mein Sprachrohr, meine Ausdrucksmittel – um mich zu zeigen. Meine Sicht der Dinge zu erklären.

Dann gab es noch einige Male solchezarten Rufe, doch ich verstand diese nicht wirklich. Vor 3 Jahren es war im Jahr 2018 im Allgäu – März kalter Wind, Schnee so hoch das Auge reichte und ich auf einer Mutterkur hatte Zeit für mich – auszuruhen, zu entspannen. Maratonwandern mit den Mädels, Sauna, Kneipgüsse, doch auch viel unterwegs mit mir allein und dachte über mich und mein Leben nach.

Da spürte ich diesen Ruf in mir.

Da war plötzlich als ich so über das Land schaute, dieser Ruf in mir. Einfach so – ganz ruhig: Keine Vision -nur diese Worte: “ Dagmar ich brauche dich.“ Und dieser Ruf kam von Mutter Erde. Direkt unter meinen Füßen, stark und kraftvoll. Weder war ich betrunken noch hatte ich Drogen genommen. Mehr nicht…

Ich verstand diesen Ruf nicht, wusste nichts damit anzufangen – konnte mir keinen Reim darauf machen. Wenn ich es jemand erzählte, würde ich doch für bekloppt gehalten werden.

Heute Morgen und nach dem Besuch letzte Woche im Havelland weiss ich warum dieser Ruf erfolgte, doch davon mehr in einer anderen Geschichte. Heute wünsche ich euch einen guten Tag und achtet auf unsere Mutter Erde.

Sonst wird sie sich säubern, wie sie es bereits schon oft genug tut – wenn man respektlos mit ihr umgeht. Dagmar