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Daggi´s Blog Depression Geschichten

Krankenpfleger in der Psychiatrie

Dieser Artikel ist heute den Pflegern gewidmet. Den wirklichen Helden auf den Stationen der Psychiatrie. Für diese Menschen empfinde ich absolut den tiefsten Respekt. In der Zeit des Aufenthaltes hatte ich am Abend oder auch nachts die Gelegenheit mich mit den Pflegern den Stationen zu unterhalten.

Sobald du offen und ehrlich mit ihnen redest und sie respektvoll behandelst, sind sie so weit sie können, bereit dir zu helfen.

Ich hatte die Gelegenheit, dass eine oder andere durchaus private Gespräch mit diesen Pflegern zu führen. Für viele dieser wundervollen Menschen ist es wirklich eine Herzensangelegenheit, den Patienten helfen zu wollen. Sie entscheiden sich oft sehr bewusst dafür- genau diesen Weg zu gehen.

Seelenenstscheidungen

Natürlich müssen sie auch eine gesunde Distanz zum Patienten wahren, um deren Geschichten nicht mit heim zu nehmen oder selbst zu erkranken.

Es gibt auch unter den Patienten einige , die vorher ihre Berufskollegen waren. Auch solchen Menschen bin ich begegnet.

Was ich aber eine riesige Schweinerei finde ist, wie mit diesen Menschen umgegangen wird, was ihre Bezahlung angeht. Einige erzählten mir, dass sie seit 14 Jahren keine Gehaltserhöhung erhalten haben.

Was mir in meiner Zeit als Buchhalter und Steuerfachdepp aufgefallen ist. In diesem System geht es vielen nur um den Gewinn.  Investitionen als Geldanlage in Krankenhäuser und Pflegedienste boomt. Und studierte Fatzkes, die BWL studiert haben, verdienen sich eine goldene Nase auf den Rücken der Pfleger. Das widert mich an. Gesundheitswesen sollte in staatliche Hände gehören und nicht als Gelddruckmaschine dienen. Wie krank ist dieses System??

Warum gilt hier nicht Menschlichkeit und Anerkennung auch gegenüber der Leistung der Pflegenden in finanzieller Form? Wenn ich den Schwachsinn lese, den die oben in der Politik beschließen, dann kann ich oft nur kotzen. Auch was die Versorgung von uns „psychisch“ Kranken angeht. Manchmal denke ich die Leute sollten mal die Rollen tauschen. Die Krankenpfleger könnten mit Sicherheit eine bessere Politik machen, weil sie eben wissen wovon sie reden. Ohne dieses Herzengagement der Menschen auf den Stationen würde es echt mau aussehen.

Vielen Dank für euer Engagement – ohne dass ihr es manchmal wisst, ändert ihr Leben.

Deswegen danke ich auch diesem Weg ehrlich allen Pflegern auf den Stationen, die sich um die psychisch Erkrankten kümmern, die ihr Herzblut reingeben. Auch wenn wir uns manchmal wegen den Corona Regeln gestritten haben, weil ich eine Patientin umarmt habe und diese mir es verbaten, wegen den Vorschriften. Das ich meinte es sei Folter, jemand nicht zu umarmen. Trotzdem seit ihr Alltagshelden für mich. Manchmal würde ich mir wünschen, dass ihr noch mehr auf die Patienten eingehen könntet, stand sie festzubinden. Doch ich kann auch eure Bedenken verstehen. Dass ihr nicht mehr Leute zur Verfügung habt. Ich zolle euch mit diesem Blog meinen höchsten Respekt und bedanke mich recht herzlich für euer Engagement.

Danke sagt Dagmar

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Daggi´s Blog Depression The Brain

Lebensretta?

oder die Sicht aus ner andren Perspektive

Wie ich die Kavalerie alarmierte

Heute schreibe ick mal einfach eene wichtige Erfahrung uff. Die mir in der Klinik sehr bewegt hat. Es geht wieda um Claudia (the Brain). Meene Gastschreiberin – die hier och ab und an uffm Blogg über ihre Geschichte schreibt. Es ist an nem Freitagabend, einige Zeit nachdem sich unsere Wege in der Klinik getrennt haben. Denke mal so 3 oder 4 Wochen späta. Ick bin schon ne Zeitlang in ner anderen offenen Station. Hier ist es gemütlicher und familärer. Ok et gibt wie immer Elfen und Drachen, wie überall bei de Pflega – aber det muss eben so sein.

Ick bin mit Claudia nur per Handy verbunden, Facebook und Messanger. Mir fällt dat komische Zeug uff, what Claudia so schreibt. Kryptische Zeichen, die keener entziffern kann. Die keenen Sinn ergeben.

Ick mache mir Sorgen. Ick wees dat Claudia alleene zu Hause is. Keener da, der helfen kann. Det macht mir nervös.

Telefonisch oder uff Anfragen bei Facebook reagiert se nich.

Ick telefoniere mit nem guten Bekannten von Claudia, den wir uff der Station vorher kennengelernt haben. Er gibt mir ihre Adresse.

Wir beede sind in Sorge und setzen denn als wir see nich erreichen die Kavalerie in Bewegung. Nachtpflega bei mir uff de Station und er uff seiner Station. Die informieren den Bereitschaftsarzt vom Klinikum. Denn dreh ick fast hohl, weil ick nix erfahre. Mit meenem gestauchten Fuss kann ick ja nu och schlecht latschen. Ick bin in Sorge. Tiegere hin- und her.

Gedanken kreisen. Wie geht et ihr? What is los? Hat se sich what angetan? Plötzlich bin ick in der Rolle des Sorgenden – der uff der anderen Seite. Nich der der sich selbst richtet, sondern der sich sorgt.

Schreibe uffgeregt hin- und her. Alarmiere schliesslich weil keene Nachricht kommt, über jemand sehr Vertrautes die Feuerwehr/den Notruf. Schließlich hat och die Klinik reagiert. Polizei fährt hinne. Eene tonnenschwere Last fällt ab. Claudia is nich alleene und man schaut nach ihr. Völlig fertig geh ick an dem Abend ins Bette.

Ick durfte an diesem Abend erleben, wie it is wenn man sich sehr um jemand sorgt, der sich vielleicht what antun wollte. Die Erfahrung stimmt mich sehr sehr nachdenklich auch in Bezug uff mein bisheriges selbstvernichtendes Verhalten. Daggi

P.S. Und en dicket Dankeschön an alle die mir bei der Aktion geholfen haben.

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Daggi´s Blog Depression Tantra Therapien

Therapien gegen Depressionen

1. Teil Berührungen

Och hier startet jetz ne neue Serie. Im Selbstversuch habe ich einige Therapieformen durchlaufen. Nicht alle sind immer sehr ernst gemeint. Sondern können och mal mit nem Augenzwinkern gesehen werden. Manche sehe ich abba och als sehr effektiv an. Doch dazu mehr in den einzelnen Beiträgen.

Heute geht es um das Thema Berührungen.

Berührungen sind für mich elementar. Und diese Gesellschaft ist mittlerweile sehr berührungsarm geworden. Immer mehr Singlehaushalte, Strukturen zerbrechen.

Berührungen sind elementar

Wie viele Menschen leiden an Einsamkeit, mangelnder Berührung.

Allein wenn ich die letzten Wochen sehe, wie viele ehemalige Sexualpartner oder Männer sich bei mir wieder melden. *Seufz* Ich bin wohl doch ein ziemliches Früchtchen.

Doch zurück zum Thema Berührung. Unsere Haut – ist unser größtes Sinnesorgan. Berührt und gehalten zu werden- Geborgenheit zu empfinden ist ein Grundbedürfnis.

Heute beschränken sich doch im Alltag die Berührungen oft nur auf das Tippen der Computertastatur oder das Streicheln des Smartphones. Wie traurig. Statt in den Arm genommen und einfach auch nur mal berührt zu werden gehen wir vielleicht an Einsamkeit zu Grunde.

Wohl genau deswegen, bekam ich eine wunderschöne achtsame Tantramassage auf die Frage: Was das Leben lebenswert macht. Das war eine Antwort davon. Diese achtsame Begegnung über 3 Stunden, in denen ich beim „Königinnenritual“ vom Masseur sehr achtsam verehrt wurde. Das hatte etwas so heilsames für mich. Ich kam völlig aus meiner Depression und das Universum machte mir ein solch schönes Geschenk. Mann und Frau auf gleicher Ebene als Gott und Göttin und gleichzeitig sich darstellend. Das hatte so etwas berührendes. Es ging nicht um die Lust, sondern einfach nur um das Sein. Die Erfahrung wünschen zu dürfen, gehalten zu werden, den Herzschlag des anderen wie im Mutterleib zu spüren, dieses tiefe Gefühl von Geborgenheit. Besser als jedes Antidepressiva.

Ohne Übergriffigkeit ohne Zwang etwas Müssen zu Müssen oder Erwartungen zu erfüllen. Wie wunderbar. Dafür möchte ich einfach nochmal Danke sagen. Derjenige der gemeint ist, weiss es.

Er ist ein großartiger Masseur und wenn ich ihn ab und an besuche, ist jeder Besuch eine Bereicherung. Vielleicht weil er auch ähnlich tickt wie ich. … *lach*

Mittlerweile gibt es sogar Ausbildungen zum Kuscheltherapeuten mit Kleidung. In der achtsam berührt wird. Ohne das gewisse Zonen dazu berührt werden. Wenn du bei jemand in den Armen liegst, kann dein ganzes panisches oder depressive System runterfahren, wenn du das zulassen kannst.

Was für eine schöne Erfahrung. Für mich ist das eine Möglichkeit Ella zu entkommen, weil ich aus dem Kopf in den Körper gehe. In diesem Sinne bis zum nächsten Mal. Daggi

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Daggi´s Blog Depression Kunst Tantra

Blödsinn uff 2 Beene

Peinliche Geschichten mit Daggi oder Warum ick in der Psychatrie begann Dödel zu malen

Blödsinn mit Claudia in der Klinik

Heute mal nen nich so ganz ernstes Thema. Sonst versinkst ma noch in Schwermut. Reicht schon wenn ick det habe. Wie kam et nun in der Psychatrie det ick anfing künstlerische Dödel zu malen.

Nun ja et war mal wieda nach na Kunsttherapie uff der geschlossenen Station. The Brain (alias Claudia) und icke waren wieda genervt. Analyse der gemalten Bilder – hinein interpretieren what de gemalt hast. Claudia und ick grummeln. Irgendwie packt uns der Übermut und wir beschliessen zu provozieren. Am nächsten Tag bietet sich die Gelegenheit. Es get um Künstler – die mit Muster ihre Gefühle zum Ausdruck brachten. Paul Klee und der gelbe Piepmatz. Schönet Bild – sehr beruhigend.

Der Vogel steht uff Kopf und überall uff Bild – grad via Lust hat. Mir schießt meine Lieblingskünstlerin Nikki St. Phalle in den Sinn. Für denjenigen- der se nich kennt. Det is die mit die bunten dicken Nanafiguren. Tolle Frau und Künstlerin. Naja und von St. Phalle zur Phallus is det den och nur den Katzensprung.

Ick male zunächst erstmal 3 Dödels, ja die och spritzen – denn stell ick die uff Koppe und verwandele det Bild inne Landschaft. Die Ogen von de Kunsttherapeutin verfolgen mir. Ick male vor mir hin. Als ick fertig bin, zeige ick meen Bild Claudia the Brain. Die giggelt gleich los. Det is ja nen Penis.

Blödsinn inner Psychatrie – wehe wenn sie losgelassen

Ick zische ihr zu – Klappe halten. Gut dat wir Coronamasken tragen -sonst würde ick rot werden.

Denn häng ick meen Bild uff. Scheisse det is mit jetzt echt peinlich. Doch et geht um Kontfrontation.

Kann ick den Blödsinn aushalten und die Kommentare für det what ick verzapft habe. Det Bild hängt. Unschuldig zwischen den andern. Een Künstler aus Südtirol – Holzschnitza sucht sich dat Bild wegen den Farben raus. Die sind so schön bunt. Denn merkste wie der Groschen fällt. Schweigen. Claudia gluckst. Stammeln: „Die Formen sind och sehr schön – so schwungvoll.“ Dann bin ick dran zu erklären.

Ick laber what von Paul Klee und den Pflanzen und de Formen. Keen Wort von de Penisse.

Doch nach de Stunde wird det lustig. De Kunstterapeutin kommt uff mir zu. Ob ick da Penisse gemalt habe. Weil ick ja erst det Bild andersrum gedreht hatte. Ick verneine. Tue entrüstet. Ab und an kann ick och schwindeln. De Gabe hatte ick schon in de Kindheit, wenn det Eis imma verschwand. Bloss blöd wenn ick imma inna Nähe war, wenn det der Tatbestand war. Deswegen lass ich sowas lieba sein, weilt Lügen haben kurze Füsse. Aber in dem Fall – mach ick det denn doch. Dat Lachen zuckt mir um de Mundwinkel. Denn is Mittagessen. Ick lass det Bild verschwinden von de Tafel. Man weess ja nich wegen Missbrauchsopfa von Vergewaltigungen oder so. Ick will da nix triggern.

Lachend verschwinden Claudia und icke im Zimma. Wie zwei Teenager. Bekloppt oder?

Uff diesem Wege möchte ick mich bei der wundervollen Kunstdozentin der Klinik entschuldigen für diese kleene Lüge. Aber wenn Fotogafin eben och Aktshootings macht, kann da manchmal eben nix gescheites rauskommen. Wie man noch sehen wird.

In diesem Sinne tollen Tag. Daggi

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Daggi´s Blog Depression Kinder Ursachen

Auslöser von Depressionen – 1. Teil

Auslöser von Depressionen

Kann der Grundstein in der Schwangaschaft gelegt werden?

Heute starte ick mal mit ner neuen Serie. Et geht um mögliche Ursache bei Depressionen. Schauen wir uns det ganze mal in Ruhe an. Et gibt ja nich nur den eenen Auslöser. Sondern viele.

Depression iss och Sammelbecken von Erkrankungen, die man nich genau zuordnen kann. Die aber vielleicht ähnliche Symptome zeigen. Daraus wird dann gemacht, det du Antidepressiva brauchst und allet is gut. Dat greift für mir abba nen bisschen zu kurz. Det is als wenn dein Waschbecken tropft, du ne Schüssel drunter stellst und sagst jetze is alles gut. Bloss ick würd ja lieba det tropfende Rohr reparieren, statt nur die Schüssel drunter zu stellen.

Doch genug vom Geschwafel. In der Serie wird et imma wieda mal um einen möglichen Auslösa gehen. Und den wird ick dann kurz vorstellen. Damit du einfach mal nen Denkanstoss hast.

Det 1. Thema soll mal die Vererbbarkeit von Depressionen sein

Die Fachliteratur meint, sowas kann angeboren sein? Wirklich?

Nun ja gehen wir mal zurück in den Mutterleib. Der Embrio is in der Gebärmutter eingenistet und geparkt. Wird ausgebrütet. Mutter is heute ja oft noch bis 6 Wochen vor der Entbindung am Arbeiten. So war det zumindest bei mir. Ja ick wollte unbedingt nen Kind. War aber der Meinung, ick muss unbedingt noch bei meinem Arbeitgeber ackern, da wir ja sonst nicht fertig werden.

Wenn du schwanger bist, kriegste dat Wissen ja oft nich inne Schule beigebracht. Sondern lernst it durchs Erleben. Jetzt schauen wir mal als Beispiel. Ick stresse mich inna Arbeit, weil noch irgend was fertig werden muss. Abgabetermin Controlling – dringend. Ick ackere mir mit der Kollegin nen Wolf um fertig zu werden. Stresshormone. Dat Kind im Bauch wird geflutet damit über die Nabelschnur. Et kann sich jar nicht dagegen wehren.

Stress in der Schwangerschaft für den Embrio

Dann kriegste nur mal um bei dem Beispiel zu bleiben, nen riesigen Anschiss von dem Arsch von Chef und det weil er nich die Zahlen kontrolliert hat. Du hast aber deinen Fehler schon zugegeben vorher. Weil de ja ehrlich bist. Denn faltet dich der falsche Fufziger vielleicht noch vor anderen Leuten zusammen, damit er zeigt wie toll er is.

Du stehst da eh schon dicht am Wasser gebaut inner Schwangerschaft und heulst los, kannst dir die Tränen nich verkneifen. Die Hormone und der Schmerz durchfluten dir. Wieder bekommt dat Baby die volle Dröhnung Stresshormone. Du stehst da wie nen begossener Pudel. Haust ab und willst keenen mehr sehen. Du bist Schuld, hast eben falsch gebucht. Toll er hat seinen Sündenbock. Is der große Macker, der den Laden im Griff hat und du bist die Wurscht. Dein Baby protestiert im Bauch.

Wieder wird es überschwemmt mit Stresshormone wegen deiner Schuldgefühle.

Jetzt stell dir mal vor Eltern streiten sich in der Zeit der Schwangerschaft, schreien sich an oder sie ist ständig hektisch. Überträgt sich alles per Nabelschnur uffs Kind. Insofern können genau solche Faktoren bei der Entwicklung des Kindes uff jeden Fall ne Rolle spielen. Das es eventuell anfälliger dafür ist.

Dat mal als eene mögliche Erklärung für die Veranlagung zu Depressionen.  

Demnächst dann mehr in diesem Blog. Alles Liebe Daggi

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Buchtip Daggi´s Blog Depression

Buchvorstellung: „Depressionen und Burnout loswerden“

von Klaus Bernhardt

Heute will ich euch ein Buch vorstellen, dass ich zur Zeit lese.

„Depressionen und Burnout loswerden“ – Wie seelische Tiefs wirklich entstehen und was sie dagegen tun können – so lautete der Titel des Buches. Erschienen ist das Buch im Aristonverlag.

Klaus Bernhardt – Foto von: Katja Kuhl (mit freundlicher Genehmigung des Buchautors)

Ich habe Klaus Bernhardt schon bei meiner letzten Depression als Autor des Buches: „Panikattacken und andere Angststörungen loswerden: Wie Hirnforschung hilft, Angst und Panik für immer zu besiegen.“ Das Buch war damals sehr fazienierend und gut verständlich geschrieben. Kein akademisches Kauderwelsch und Geschwafel.

Vor kurzem bin ich dann über das zweite Buch des Autors gestolpert und habe es mir gekauft. Neugierig schmökerte ich in den letzten Wochen hinein. Es wird offen und ehrlich anhand der neusten Forschungenergebnisse über das Thema Depression berichtet. Sehr lesenwert wie ich finde.

Das Buch gliedert sich in 6 Kapitel.

Kapitel 1: Mythen und Fakten über Depression und Burnout

Kapitel 2: Die zehn häufigsten Ursachen einer Depression

Kapitel 3: Die Macht der falschen Glaubenssätze

Kapitel 4: Die zehn häufigsten Ursachen eines Burnouts

Kapitel 5: Neustart im Gehirn

Kapitel 6: Fünf ungewöhnliche Methoden mit denen sie seelische Tiefs schnell überwinden.

Im Buch wird das Thema „Depression“ klar und gut nachvollziehbar erklärt. Es gibt ungewöhnliche Tricks – wie z.B. warum man in einer Fremdsprache über sich denken sollte.

Ich merke, während ich das Buch lese, was in der psychatrischen Standardbehandlung in Deutschland fehlt und bin faziniert von Bernhardt´s Behandlungsmethoden. Wer sich die private Hilfe von Klaus Bernhardt leisten kann, wird hier unter: https://institut-moderne-psychotherapie.de fündig.

Ich könnte auch einen Coach brauchen, der mir meine negativen Glaubenssätze um die Ohren haut. Darin bin ich echt prima, wie ich bereits festgestellt habe. Nun ja – ausgesteuert von der Krankenkasse und in der Scheidung hängend, ist es eben nicht so einfach. Doch nicht aufgeben. Vielleicht mal die Fragemethoden im Buch anwenden…

In diesem Sinne und mit diesem kleinen Buchtipp wünsche ich euch einen schönen Sonntag. Dagmar

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Daggi´s Blog Depression Krebs The Brain

Gastautor: Gedankenkarussell

Ich liege inzwischen schon wieder fast 2 Monate im Krankenhaus.

Meine Mama hat für uns Kinder mal eine Zusatzversicherung abgeschlossen, mit der wir bei stationärem Aufenthalt als Privatpatienten gelten.

Dadurch steht mir ein Einzelzimmer zu.

Das ist einerseits schön, weil man seine Ruhe hat, andererseits entsteht einem dafür so viel Zeit zu grübeln. Und das kann dich echt runterziehen.

Man versucht positiv zu sein, sich auf schöne Sachen zu konzentrieren und Pläne für die Zeit danach zu schmieden.

Doch dann kommt da der „Quark“ im Kopf und meldet sich zu Wort.

„Quark“ ist echt gut darin dir Sachen zu vermiesen oder gar zu versauen.

Gedankenkarussel und Quark im Kopf

Das sind dann die Situationen, in denen ich mich in mein dunkles Loch verkrieche, weil ICH niemanden runterziehen und deprimieren will.

Es ist ein verdammter Teufelskreis, weil ich in solchen Situationen einfach wahnsinnig gerne einfach nur reden würde…

Aber da haben wir wieder den Punkt mit um Hilfe bitten und diese annehmen.

Claudia

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Daggi´s Blog Depression

Ella in Talk

Gespräche mit meiner Depression Ella

Daggi: Hey Ella – bist wieder mal voll aktiv heute – oder?

Ella: Du vergisst mich ganz gern, wenn du wieder versuchst in den Alltag zu kommen. Ich fühle mich nicht gesehen. Deswegen musste ich mich massiv wieder bei dir melden!!

Daggi: Ich dachte, ich hätte es für dieses Mal wieder überstanden, aber die dunklen Gedanken sind ja volle Kanne wieder da. Meine Fresse. Dat is echt alles andere als lustig.

Ella: Meinst du ick bin dein Schosshund und warte lieb un nett, det kannst aber volle Kanne knicken. Ick bin düster, dunkel und kann dir voll ins Dunkle treiben, dann beherrsche ick dir und deene Gedanken.

Daggi: Ja det habe ick wieder mächtig gespürt, die letzten Tage. Besonders bei de Frage – wozu ick überhaupt nutze bin. Wenn gefühlt allet den Bach runter geht – Klimaerwärmung, Corona, nix passiert dat die Menschen uff die Natur achten. Dat tut mir innerlich weh. Ick mach ja och zu wenig für die Natur. Bin nicht gut genug, weit genug. Fühle mich sehr mit ihr verbunden. Hab vielleicht och Heimweh nach Buschow… Seufz. Die olle Hitze macht mit feritg und ick sitz sinnlos zu Hause rum und red mit meiner Depression. Tolle Wolle.

Ella: Hast schon wieda Weltuntergangsstimmung?

Daggi: Na is doch wahr. Ick versuch schon nur noch öffentlich zu fahren, koofe meest Scondhand oder what gescheitet, bin jahrelang mit nen Erdgasauto gefahren, doch wenn ick den janzen Plastikmüll sehe, denn die Menschen in de Natur schmeissen, denn tut mir det weh..

Ella: Erzähl mal mehr davon… What de Anfang des Jahres entdeckt hast, weswegen de keene Lust mehr groß uff Shopping hast..

Daggi: Ok – wenn de meenst. Ick habe mir überlegt, wenn so nen Produkt billig in China oder anderen Entwicklungsländern unter billigen Bedingungen produziert wird, denn wird det nach Deutschland geschafft uff dem Weg mit nen Fliega oder per Schiff um den halben Erdball. Denn hier z.B. bei Amazon verkloppt und du koofst den Quatsch. Da die Ware vielleicht Mist is, schickste det zurück oder schmeisst det weg. Denn kommen die von Amazon und hauen det in den Müll, denn det is billiger als det wieder zu verkoofen oder reparieren. Der wird denn wieda irgendwo hin verschifft und landet dort uff Müll, vielleicht in Afrika in ner Savanne oder im Meer. Denn frisst det zum Beispiel der Fisch, der denn uff meenem Teller landet. Den fress ick denn. What für nen Wahnsinn. Da soll man nich depressiv werden.

Ella: Hör uff, det is ja der blanke Wahnsinn. Da kann man ja echt mit nem Kopf jegen die Wand loofen.

Daggi: Ja und wie soll man det aushalten, wenn de det mal verstanden hast, Ella. Det is voll Scheisse.

Ella: Ja da geb ick dir recht. Aber det waren jetzt nich die letzten Tage deene Gedanken.

Daggi: Nee – ick habe mir einfach gefragt wozu ick überhaupt nutze bin. Uff dieser bekloppten Welt. Lebe ja selbst nich mal plastikfrei. Muss mir och an die eigene Nase fassen. Warum sind de Leute alle so bequem. Schliess mir ja da nich aus…

Ella: Man man und what willste jetzt machen?

Daggi: Mit dir reden und dir zutexten? Vielleicht uffklären. Doch welche Kraft hab ick alleene? Meenste det war der Ruf von Mutta Erde vor 3 Jahren, dat se meine Hilf brauch? Bin ick da nich zu spät dran? Ach Mensch Ella. Ick brauch mal nen Arschtritt und jemand der mit mir mitmacht.

Ella: Ja Ja stattdessen malst de Dödelbilder inne Klinik – inspiriert von the Brain.

Daggi: Ella – man eye musste denn alles verraten?

Ella: Kichert und verschwindet.

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Daggi´s Blog Depression Spiritualität

Rückfall oder Neubeginn

Ella ist wieder mit voller Wucht da.

Seit dem wir aus dem Havelland zurück sind, schleudere ich wieder hin und her. Am Montag bin ich platt. Schlafe fast den ganzen Tag und bin einfach nur fertig mit der Welt.

Am Dienstag ermüden mich die Anträge und der ganze Schreibkram mit den Behörden. Du kommst dir vor wie ein Bittsteller, obwohl dir das ganze zusteht. Ich habe mein Leben lang gearbeitet und in diese staatlichen Versicherungen eingezahlt. Doch keiner weiss, was er macht und man wird nur hingehalten und durchgewinkt. So mein Gefühl.

Dann sind plötzlich wieder diese schwarzen Gedanken da, wozu das Ganze? Bin ich es überhaupt wert? Was soll ich hier auf dieser Welt? Ich will nicht mehr, will einfach nur noch weg? Nicht mehr leben.

Diese Gedanken sind sehr massiv. Mitten in der S-Bahn – ich melde mich bei Heiko – habe es ja versprochen. Doch ich belaste ihn auch damit. Das spüre ich. Dieses Hin- und Her macht auch ihn kirre. Ich gehe zur Beruhigung in den Gerstecker. Einfach den Geruch von Papier und Kunst, stille Musik – das entspannt meine Nerven. Doch dies ist nur von kurzer Dauer.

Bereits am Abend merke ich wieder meine absolute Müdigkeit und ich führe dass immer noch auf mein Medikament zurück, sind wieder diese absolut dunklen Gedanken da – diese Wand aus Dunkelheit und zum ersten Mal mache ich etwas, dass ich sonst nur im Achtsamkeitstraining mache. Ich lege mich aufs Bett und begrüsse diese Dunkelheit – lasse sie einfach nur da sein. Umarme sie. Frage sie was sie mir mitteilen will. Und ich lasse ihr den Raum – einfach nur da zu sein.

Und etwas unglaubliches passiert, sie lösst sich auf. In mir ist plötzlich tiefer Frieden und ich bin glücklich. Als ich dann die Wäsche aufhänge, sitzt eine Amsel auf der Wäscheleine und es scheint als blicke sie mich an. „Siehste schaffst du doch“, scheint sie zu sagen und ich bin glücklich. Ich habe Ella einfach da sein lassen und sie umarmt, und es ist gut so wie es ist.

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Daggi´s Blog Depression The Brain

Gastautor: Wahnsinn, dein Name ist Bettenroulette

Nachdem ich in der onkologischen Tagesklinik irgendwann meine Maske, dass alles gut sei, nicht mehr erhalten konnte und einen totalen Nervenzusammenbruch hingelegt habe, hielt man es dort für besser, mich in die Psychiatrie einzuweisen.

Es war ein Kulturschock!

Geschlossene Abteilung. Das bedeutet jedes Fenster ist gesichert, gefährliche Gegenstände werden dir abgenommen und von der Station kommst du nur, wenn dir das Personal die Tür öffnet.

Anfangs darfst du ohne Begleitung nicht mal ins Treppenhaus!

Mit der Zeit gewöhnt man sich dran.

Dann ist da aber noch ein Faktor, der zu berücksichtigen ist: Zimmernachbarinnen

In 2 oder 3 Wochen hatte ich es auf 5 verschiedene Zimmernachbarinnen gebracht.

Natürlich hab ich mir die Schuld gegeben und es als „Ich bin eben so unerträglich, dass es keiner mit mir aushält“ abgehakt.

Dann war da plötzlich Frischfleisch.

Grimassen schneiden kann ich prima

Mein erster Gedankengang: „Die zieht ne Fresse, da wird ja die Milch sauer. Na Mahlzeit.“

Ich beschloss, erst mal schweigend zu beobachten, bis ich sie „einnorden“ konnte.

Es war schwierig für mich zu erkennen, ob sie Komplimente ernst meint, oder mich nur verarschen will.

Das ist eines meiner größten Probleme.

Die anderen wären: auf Andere zugehen, um Hilfe zu bitten, mich nicht immer als lästigen Störfaktor zu sehen, Gespräche beginnen, etwas für mich zu fordern, Aufmerksamkeit zu bekommen.

Liebe und Aufmerksamkeit anzunehmen ist schwer, wenn man das nicht gewöhnt ist.

Ich möchte ungern jemandem unnötige Arbeit zu machen.

Also wurde erst mal still beobachtet.

Wie sehr ich mich mit meiner Einschätzung von Dagmar getäuscht hatte, sollte ich noch früh genug merken.

Claudia