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Daggi´s Blog Depression Geschichten

Krankenpfleger in der Psychiatrie

Dieser Artikel ist heute den Pflegern gewidmet. Den wirklichen Helden auf den Stationen der Psychiatrie. Für diese Menschen empfinde ich absolut den tiefsten Respekt. In der Zeit des Aufenthaltes hatte ich am Abend oder auch nachts die Gelegenheit mich mit den Pflegern den Stationen zu unterhalten.

Sobald du offen und ehrlich mit ihnen redest und sie respektvoll behandelst, sind sie so weit sie können, bereit dir zu helfen.

Ich hatte die Gelegenheit, dass eine oder andere durchaus private Gespräch mit diesen Pflegern zu führen. Für viele dieser wundervollen Menschen ist es wirklich eine Herzensangelegenheit, den Patienten helfen zu wollen. Sie entscheiden sich oft sehr bewusst dafür- genau diesen Weg zu gehen.

Seelenenstscheidungen

Natürlich müssen sie auch eine gesunde Distanz zum Patienten wahren, um deren Geschichten nicht mit heim zu nehmen oder selbst zu erkranken.

Es gibt auch unter den Patienten einige , die vorher ihre Berufskollegen waren. Auch solchen Menschen bin ich begegnet.

Was ich aber eine riesige Schweinerei finde ist, wie mit diesen Menschen umgegangen wird, was ihre Bezahlung angeht. Einige erzählten mir, dass sie seit 14 Jahren keine Gehaltserhöhung erhalten haben.

Was mir in meiner Zeit als Buchhalter und Steuerfachdepp aufgefallen ist. In diesem System geht es vielen nur um den Gewinn.  Investitionen als Geldanlage in Krankenhäuser und Pflegedienste boomt. Und studierte Fatzkes, die BWL studiert haben, verdienen sich eine goldene Nase auf den Rücken der Pfleger. Das widert mich an. Gesundheitswesen sollte in staatliche Hände gehören und nicht als Gelddruckmaschine dienen. Wie krank ist dieses System??

Warum gilt hier nicht Menschlichkeit und Anerkennung auch gegenüber der Leistung der Pflegenden in finanzieller Form? Wenn ich den Schwachsinn lese, den die oben in der Politik beschließen, dann kann ich oft nur kotzen. Auch was die Versorgung von uns „psychisch“ Kranken angeht. Manchmal denke ich die Leute sollten mal die Rollen tauschen. Die Krankenpfleger könnten mit Sicherheit eine bessere Politik machen, weil sie eben wissen wovon sie reden. Ohne dieses Herzengagement der Menschen auf den Stationen würde es echt mau aussehen.

Vielen Dank für euer Engagement – ohne dass ihr es manchmal wisst, ändert ihr Leben.

Deswegen danke ich auch diesem Weg ehrlich allen Pflegern auf den Stationen, die sich um die psychisch Erkrankten kümmern, die ihr Herzblut reingeben. Auch wenn wir uns manchmal wegen den Corona Regeln gestritten haben, weil ich eine Patientin umarmt habe und diese mir es verbaten, wegen den Vorschriften. Das ich meinte es sei Folter, jemand nicht zu umarmen. Trotzdem seit ihr Alltagshelden für mich. Manchmal würde ich mir wünschen, dass ihr noch mehr auf die Patienten eingehen könntet, stand sie festzubinden. Doch ich kann auch eure Bedenken verstehen. Dass ihr nicht mehr Leute zur Verfügung habt. Ich zolle euch mit diesem Blog meinen höchsten Respekt und bedanke mich recht herzlich für euer Engagement.

Danke sagt Dagmar

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Daggi´s Blog Depression The Brain

Lebensretta?

oder die Sicht aus ner andren Perspektive

Wie ich die Kavalerie alarmierte

Heute schreibe ick mal einfach eene wichtige Erfahrung uff. Die mir in der Klinik sehr bewegt hat. Es geht wieda um Claudia (the Brain). Meene Gastschreiberin – die hier och ab und an uffm Blogg über ihre Geschichte schreibt. Es ist an nem Freitagabend, einige Zeit nachdem sich unsere Wege in der Klinik getrennt haben. Denke mal so 3 oder 4 Wochen späta. Ick bin schon ne Zeitlang in ner anderen offenen Station. Hier ist es gemütlicher und familärer. Ok et gibt wie immer Elfen und Drachen, wie überall bei de Pflega – aber det muss eben so sein.

Ick bin mit Claudia nur per Handy verbunden, Facebook und Messanger. Mir fällt dat komische Zeug uff, what Claudia so schreibt. Kryptische Zeichen, die keener entziffern kann. Die keenen Sinn ergeben.

Ick mache mir Sorgen. Ick wees dat Claudia alleene zu Hause is. Keener da, der helfen kann. Det macht mir nervös.

Telefonisch oder uff Anfragen bei Facebook reagiert se nich.

Ick telefoniere mit nem guten Bekannten von Claudia, den wir uff der Station vorher kennengelernt haben. Er gibt mir ihre Adresse.

Wir beede sind in Sorge und setzen denn als wir see nich erreichen die Kavalerie in Bewegung. Nachtpflega bei mir uff de Station und er uff seiner Station. Die informieren den Bereitschaftsarzt vom Klinikum. Denn dreh ick fast hohl, weil ick nix erfahre. Mit meenem gestauchten Fuss kann ick ja nu och schlecht latschen. Ick bin in Sorge. Tiegere hin- und her.

Gedanken kreisen. Wie geht et ihr? What is los? Hat se sich what angetan? Plötzlich bin ick in der Rolle des Sorgenden – der uff der anderen Seite. Nich der der sich selbst richtet, sondern der sich sorgt.

Schreibe uffgeregt hin- und her. Alarmiere schliesslich weil keene Nachricht kommt, über jemand sehr Vertrautes die Feuerwehr/den Notruf. Schließlich hat och die Klinik reagiert. Polizei fährt hinne. Eene tonnenschwere Last fällt ab. Claudia is nich alleene und man schaut nach ihr. Völlig fertig geh ick an dem Abend ins Bette.

Ick durfte an diesem Abend erleben, wie it is wenn man sich sehr um jemand sorgt, der sich vielleicht what antun wollte. Die Erfahrung stimmt mich sehr sehr nachdenklich auch in Bezug uff mein bisheriges selbstvernichtendes Verhalten. Daggi

P.S. Und en dicket Dankeschön an alle die mir bei der Aktion geholfen haben.

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Daggi´s Blog Depression Krebs The Brain

Gastautor: Gedankenkarussell

Ich liege inzwischen schon wieder fast 2 Monate im Krankenhaus.

Meine Mama hat für uns Kinder mal eine Zusatzversicherung abgeschlossen, mit der wir bei stationärem Aufenthalt als Privatpatienten gelten.

Dadurch steht mir ein Einzelzimmer zu.

Das ist einerseits schön, weil man seine Ruhe hat, andererseits entsteht einem dafür so viel Zeit zu grübeln. Und das kann dich echt runterziehen.

Man versucht positiv zu sein, sich auf schöne Sachen zu konzentrieren und Pläne für die Zeit danach zu schmieden.

Doch dann kommt da der „Quark“ im Kopf und meldet sich zu Wort.

„Quark“ ist echt gut darin dir Sachen zu vermiesen oder gar zu versauen.

Gedankenkarussel und Quark im Kopf

Das sind dann die Situationen, in denen ich mich in mein dunkles Loch verkrieche, weil ICH niemanden runterziehen und deprimieren will.

Es ist ein verdammter Teufelskreis, weil ich in solchen Situationen einfach wahnsinnig gerne einfach nur reden würde…

Aber da haben wir wieder den Punkt mit um Hilfe bitten und diese annehmen.

Claudia

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Buchtip Daggi´s Blog Depression

Buchvorstellung: „Depressionen und Burnout loswerden“

von Klaus Bernhardt

Heute will ich euch ein Buch vorstellen, dass ich zur Zeit lese.

„Depressionen und Burnout loswerden“ – Wie seelische Tiefs wirklich entstehen und was sie dagegen tun können – so lautete der Titel des Buches. Erschienen ist das Buch im Aristonverlag.

Klaus Bernhardt – Foto von: Katja Kuhl (mit freundlicher Genehmigung des Buchautors)

Ich habe Klaus Bernhardt schon bei meiner letzten Depression als Autor des Buches: „Panikattacken und andere Angststörungen loswerden: Wie Hirnforschung hilft, Angst und Panik für immer zu besiegen.“ Das Buch war damals sehr fazienierend und gut verständlich geschrieben. Kein akademisches Kauderwelsch und Geschwafel.

Vor kurzem bin ich dann über das zweite Buch des Autors gestolpert und habe es mir gekauft. Neugierig schmökerte ich in den letzten Wochen hinein. Es wird offen und ehrlich anhand der neusten Forschungenergebnisse über das Thema Depression berichtet. Sehr lesenwert wie ich finde.

Das Buch gliedert sich in 6 Kapitel.

Kapitel 1: Mythen und Fakten über Depression und Burnout

Kapitel 2: Die zehn häufigsten Ursachen einer Depression

Kapitel 3: Die Macht der falschen Glaubenssätze

Kapitel 4: Die zehn häufigsten Ursachen eines Burnouts

Kapitel 5: Neustart im Gehirn

Kapitel 6: Fünf ungewöhnliche Methoden mit denen sie seelische Tiefs schnell überwinden.

Im Buch wird das Thema „Depression“ klar und gut nachvollziehbar erklärt. Es gibt ungewöhnliche Tricks – wie z.B. warum man in einer Fremdsprache über sich denken sollte.

Ich merke, während ich das Buch lese, was in der psychatrischen Standardbehandlung in Deutschland fehlt und bin faziniert von Bernhardt´s Behandlungsmethoden. Wer sich die private Hilfe von Klaus Bernhardt leisten kann, wird hier unter: https://institut-moderne-psychotherapie.de fündig.

Ich könnte auch einen Coach brauchen, der mir meine negativen Glaubenssätze um die Ohren haut. Darin bin ich echt prima, wie ich bereits festgestellt habe. Nun ja – ausgesteuert von der Krankenkasse und in der Scheidung hängend, ist es eben nicht so einfach. Doch nicht aufgeben. Vielleicht mal die Fragemethoden im Buch anwenden…

In diesem Sinne und mit diesem kleinen Buchtipp wünsche ich euch einen schönen Sonntag. Dagmar

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Daggi´s Blog Depression Spiritualität

Rückfall oder Neubeginn

Ella ist wieder mit voller Wucht da.

Seit dem wir aus dem Havelland zurück sind, schleudere ich wieder hin und her. Am Montag bin ich platt. Schlafe fast den ganzen Tag und bin einfach nur fertig mit der Welt.

Am Dienstag ermüden mich die Anträge und der ganze Schreibkram mit den Behörden. Du kommst dir vor wie ein Bittsteller, obwohl dir das ganze zusteht. Ich habe mein Leben lang gearbeitet und in diese staatlichen Versicherungen eingezahlt. Doch keiner weiss, was er macht und man wird nur hingehalten und durchgewinkt. So mein Gefühl.

Dann sind plötzlich wieder diese schwarzen Gedanken da, wozu das Ganze? Bin ich es überhaupt wert? Was soll ich hier auf dieser Welt? Ich will nicht mehr, will einfach nur noch weg? Nicht mehr leben.

Diese Gedanken sind sehr massiv. Mitten in der S-Bahn – ich melde mich bei Heiko – habe es ja versprochen. Doch ich belaste ihn auch damit. Das spüre ich. Dieses Hin- und Her macht auch ihn kirre. Ich gehe zur Beruhigung in den Gerstecker. Einfach den Geruch von Papier und Kunst, stille Musik – das entspannt meine Nerven. Doch dies ist nur von kurzer Dauer.

Bereits am Abend merke ich wieder meine absolute Müdigkeit und ich führe dass immer noch auf mein Medikament zurück, sind wieder diese absolut dunklen Gedanken da – diese Wand aus Dunkelheit und zum ersten Mal mache ich etwas, dass ich sonst nur im Achtsamkeitstraining mache. Ich lege mich aufs Bett und begrüsse diese Dunkelheit – lasse sie einfach nur da sein. Umarme sie. Frage sie was sie mir mitteilen will. Und ich lasse ihr den Raum – einfach nur da zu sein.

Und etwas unglaubliches passiert, sie lösst sich auf. In mir ist plötzlich tiefer Frieden und ich bin glücklich. Als ich dann die Wäsche aufhänge, sitzt eine Amsel auf der Wäscheleine und es scheint als blicke sie mich an. „Siehste schaffst du doch“, scheint sie zu sagen und ich bin glücklich. Ich habe Ella einfach da sein lassen und sie umarmt, und es ist gut so wie es ist.

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Daggi´s Blog Depression Mutter Erde Spiritualität

Der Ruf

Wenn du meinst du bist verrückt und dann erst wirklich erwachst.

Heute Morgen nach zwei Tagen voller Zweifel und Müdigkeit will ich heute über etwas sehr persönliches schreiben. Etwas dass ich bisher so mit nur sehr wenigen Personen geteilt habe. Warum? Nun ja, weil ich es nicht wirklich wahr haben wollte.

Es geht um eine Zeit jeweils nach meinen Depressionen, in denen Ereignisse auftraten, die ich mir so nicht erklären konnte. Doch vielleicht muss man auch nicht immer alles zerreden.

Doch zurück zum Anfang. Schon immer hatte ich das Gefühl dass ich anders bin. Zurückhaltender, sensibler – dass mehr in mir steckt, wusste ich damals noch nicht. Aber bereits in meiner Jugend gab es eine große Liebe – nicht zu einer bestimmten Person – nein es war die tiefe Verbundenheit und Liebe zu meinem Land – dem Märkischen Luch – mein Havelland.

Sehnsuchtsort – Havelland

Wann immer ich durch die Wälder und Wiesen streifte, barfuss, mit dem Fahrrad oder meiner Mädelsgang – ich war glücklich.

Als ich dann unglücklich aus Berlin von einem gescheiterten BWL-Studium und einer toxischen Beziehung meine erste Depression bekam, kehrte ich nach Hause zurück. Dort sprach ich nicht viel mit niemandem, doch ich war im Garten und unterwegs. Und mein Land heilte mich.

Von dort ging es dann hinaus in die bayrische Unbekannte – einen neuen Job ein neues Leben anfangen, doch meine Heimat der blieb ich im Herzen sehr sehr lange verbunden. Es dauerte bis zu 5 Jahren ehe ich sie „vergessen“ konnte.

Die Morgennebel, diese Weite und die Natur.

Im Herzen war dieser Ort immer in mir. Doch wie es im Leben läuft, kommen Mann, Kinder, Arbeit, Hausbau und auch die nächsten Krankheitsschübe – ausgelöst durch Überarbeitung, Geburt oder aus welchem Grund auch immer. Mein Lachen, meine Fröhlichkeit und meine Ideen wurden immer seltener. Ich fühlte mich immer mehr im Hamsterrad, getrieben.

Nach meiner ersten großen Depression vor 10 Jahren, bei der ich in der Klinik war, fiel mir plötzlich eine Anzeige in die Hände. Schamanische Ausbildung – ich fühlte mich wie magisch angezogen. Doch ich dachte zu teuer. Und der Moment der Magie brach. Doch in dieser Zeit entdeckte ich die Fotografie – mein Sprachrohr, meine Ausdrucksmittel – um mich zu zeigen. Meine Sicht der Dinge zu erklären.

Dann gab es noch einige Male solchezarten Rufe, doch ich verstand diese nicht wirklich. Vor 3 Jahren es war im Jahr 2018 im Allgäu – März kalter Wind, Schnee so hoch das Auge reichte und ich auf einer Mutterkur hatte Zeit für mich – auszuruhen, zu entspannen. Maratonwandern mit den Mädels, Sauna, Kneipgüsse, doch auch viel unterwegs mit mir allein und dachte über mich und mein Leben nach.

Da spürte ich diesen Ruf in mir.

Da war plötzlich als ich so über das Land schaute, dieser Ruf in mir. Einfach so – ganz ruhig: Keine Vision -nur diese Worte: “ Dagmar ich brauche dich.“ Und dieser Ruf kam von Mutter Erde. Direkt unter meinen Füßen, stark und kraftvoll. Weder war ich betrunken noch hatte ich Drogen genommen. Mehr nicht…

Ich verstand diesen Ruf nicht, wusste nichts damit anzufangen – konnte mir keinen Reim darauf machen. Wenn ich es jemand erzählte, würde ich doch für bekloppt gehalten werden.

Heute Morgen und nach dem Besuch letzte Woche im Havelland weiss ich warum dieser Ruf erfolgte, doch davon mehr in einer anderen Geschichte. Heute wünsche ich euch einen guten Tag und achtet auf unsere Mutter Erde.

Sonst wird sie sich säubern, wie sie es bereits schon oft genug tut – wenn man respektlos mit ihr umgeht. Dagmar

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Daggi´s Blog Depression

Wozu?

Schlaflos

Dieser Tag is wieda sehr herausfordernd für mir. Gleichzeitig wie ein Dejavue. Und man fragt sich wieda, ist dat aufstehen noch sinnvoll? Wozu mach ick den ganzen Quark hier übahaupt? Und jeda Plan – und jede Hoffnung, die ick mir im Koppe mache – knickt wie een Kartenhaus in diesem Moment in mir zusammen.

Wieso? Wenn ick die Bilder von den Naturkatastrophen im Rheinland sehe, die Verzweiflung der Bürgameisterin im Interview spüre und denn die nichtssagenden Phrasen von irgenwelche Politiker höre, denn könnt ick nur kotzen, wenn ick höre dat ne 94 jährige Rentnerin nach Jugendstrafrecht für Verbrechen in der Nazizeit angeklagt wird, wenn ick nen Anruf von ner Freundin aus der Klinik bekomme und denn die Nachricht höre, dass se bei ihr wieda nur die Medikamente wechseln, statt sie in ihren Ursachen zu behandeln, denn könnt ick heulen. Wenn ick die Verzweiflung und die Verlusten der Menschen bei den schlagartigen Übaschwemmungen sehe und an den Tsunami damals ins Sri Lanka denken muss, der die Geschichte meiner Family und meiner Schwesta so srark änderte, weil och sie durch so eine Flutwelle nur knapp überlebte…

Dann könnt ick nur heulen und meene schwarzen Gedanken loslassen. Dann frag ick mir wieda, warum bin ick denn eigentlich noch da? What kann ick denn tun, um zu helfen? Da zu sein mit meene Fähigkeiten? Und spüre dann mich wieda so sinnlos in dem Moment. Dann stell ick meen Leben wieda so in Frage. Ick wees det soll ick nich, doch denn kann ick nich anders, verfluche meene Hochsensibilität und mein ick denke alles im Gesamtbild-Denken. Denn bin ick wieda einfach nur müde, von det Geschwätz der Politiker und die Bilder der Nachrichten. Doch ick beschliess dran zu bleiben und einfach eene Stimme zu sein. Eene Stimme die für die Menschen, der Katastrophe betet – und sich wünscht, dat wir alle erkennen – dat genau jetzt Zeit is zu handeln. Unsere eigenen Gewohnheiten und Bequemlichkeiten zu hinterfragen und unsere Beziehung zur Natur zu ändern. Ihr wieda den Respekt zu zollen, der ihr gebürt. Und nich den Raubbau zu betreiben, wie bisher. Et liegt an jedem selbst sich an die eigene Nase zu fassen und what zu tun. Ick werd et versuchen, och wenn det vielleicht momentan sinnlos scheint, aber irgend nen Sinn muss ja da sein – sonst dreh ick hier noch völlig hohl und daruf hab ick echt keene Lust mehr. So schön is nen psychatrtischet Krankenhaus occh nich…

Ick sitze wohl grad wieda in nen schwarzet kleenet Downloch und muss erstma wieda Luft holen. Zumindest hat ma det Schreiben geholfen, aus meen schwarzet Loch wieda rauszukommen. In diesem Sinne hat det Bloggen vielleicht seine Funktion erfüllt und bessa geholfen als det Antidepressiva. Ick wünsch euch eene gute Nacht und bete für die Opfa det Hochwassas und die verzweifelten Menschen. Vielleicht kann ick ja och what tun. Det muss ick aml sehen. Daggi

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Daggi´s Blog Depression

Krankenhaus

Pause vom Leben

Wenn der Notfall ausbricht, sind die Retter zur Stelle

Wie ging es weiter fragst du dich? Nun nachdem ich 12 Stunden später wieder erwachte, brach ich zusammen und wurde nach einem epileptischen Anfall und Schaum vorm Mund – nach erster Hilfe und Notrufalarmierung durch den Notarzt ins Krankenhaus eingeliefert.

Daran erinnere ich mich nicht mehr. Ich weiss nur noch, dass ich Stimmen hörte und die Bewegungen, wie ich hinunter getragen und in den Notarztwagen geschoben wurde. An mehr erinnere ich mich nicht.

Kompletter Filmriss. Bewusst erinnern kann ich mich erst wieder 4 Tage später. Ich komme in der geschlossenen Abteilung der Psychatrie zu mir.

Ich blicke mich um. Das Krankenhaus ist mir unbekannt. Ich begutachte die anderen Patienten. Müde lasse ich meinen Kopf nach rechts sinken.

Es wird mir klar, ich bin wieder zurück im Leben und habe es wieder überlebt. Was soll ich jetzt sagen? Niemand ist Schuld, ausser ich. Ich bin zu tiefst müde und traurig. Schliesse einfach die Augen und frage mich warum, mir dieser Gedanke durch den Kopf geht. „Ich bin so müde“.

Kann es sein, dass meine Seele zu mir spricht? Und hier beginnt gleichzeitig eine wunderbare und erstaunliche Reise mit viel Lachen, Weinen und menschlichen Begegnungen, der unterschiedlichsten Art.

Viele Grüße Dagmar

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Daggi´s Blog Depression

Suizidversuch – 3. Teil

Jetzt hast du erfahren, wie so ein Suizidversuch im Aussen aussehen kann. Doch damit habe ich mich nicht zufrieden gegeben. Ich wollte dir auch meine Gedanken und Gefühle in Bildern einfangen.

Das war glaube ich die schwierigste Aufgabe.

Wie bekomme ich diese Gedanken, Gefühle und Bilder während der Depression vom Inneren ins Aussen.Um dir zu zeigen, wie eine Depression sich anfühlt. Dieses Sterben, diese Todesgedanken, diese Sehnsucht nach Ruhe und diese inneren Qualen.

Dabei haben mir veschiedene Menschen geholfen. Dieses Mal geht mein Dank an Daniel Hertrich von https://www.hertrich.photo und meinen Freund Bernad´ Marth, der sich die Zeit genommen hat, mit mir auf dem Dachboden zu shooten. Ohne diese Freundschaft hätte ich mich nicht soweit öffnen können, dass diese Bilder entstehen. Einige Bilder sind durch mich entstanden.

Jemand, der nicht davon betroffen ist, kann sich eine Depression nicht vorstellen. Maler versuchen so etwas in Bildern festzuhalten oder Schriftsteller in Büchern zu verarbeiten. Hier einam zwei sehr bekannte Beispiele: Schau dir mal das Bild: „Der Schrei“ von Edward Munch an. Das Bild drückt für mich die Qual einer Depression aus. Der Maler versuchte in dem Bild eine Angstattacke zu verarbeiten, die er während eines Abendspaziergangs erlitt.

Oder denk mal an die Dementoren bei Harry-Potter Büchern von J.K. Rowling. Mit diesen Wesen hat die Schriftstellerin wohl ihre eigenen Depressionen dargestellt. Wesen die einem die Seele aussaugen. Durchaus sehr passend beschrieben. Ich wünschte mir auch einen Patronuszauber, der die Depression vertreibt und mich davor beschützt.

Doch ich schweife ab. Zurück zu meinen inneren Gefühlen. Wenn ich mich damit auseinander setze, kann ich akzeptieren – dass diese Gefühle vorhanden sind. Magst du die Bilder sehen, in den Kopf eines Depressiven sehen? Dann wünsche ich dir viel Entdeckungslust und Neugier, trotz des schwierigen Themas.

Nacht für Nacht spüre ich die Qual. Aufgeschreckt.
Ich versuche dem inneren Gefängnis zu entkommen.
Strecke die Hand aus, doch hab das Gefühl –
dass keiner da der ist und mich erreicht.
Ich fühle mich gefesselt, sprachlos und niemand hört meinen stummen Schrei.
Ich lasse niemand mehr an mich heran.
Und Stück für Stück ziehe ich mich ins Innere zurück.
Nach Aussen spiele ich die Starke, doch langsam ist der Entschluss gefasst.
Ich will für immer gehen.
Suche nach Plätzen zum Sterben.
Will keinen mehr sehen.
Den Frieden denke ich werde ich mit dieser Entscheidung finden.
Bin nicht mehr in der Lage an den Schmerz meiner Kinder
und meiner Familie zu denken.
Der Tod so meine Meinung beendet das Problem
und die schwarzen Foltereien.
Ich scheibe den Abschiedsbrief an meine Lieben.
Erleichterung durchflutet mich.
Ich nehme die Tabletten in die Hand.
Und schlucke sie hinab. Ekel schüttelt mich.
Weil ich diesen Geschmack nicht mehr mag.
Der Frieden und die Ruhe sind innerlich da.
Ich denke es ist vorbei.
Und wenn es nicht klappt, dann land ich wieder in der Psychatrie.
Doch dann ist da dieses widerwertige ekelhafte Gefühl. Bedrohlich wie eine Wand. Kotzerbsengrün so fühlt sich dieses Sterben an.
Und dann ist da dieses Gefühl von pinkem Licht von hinten rechts.
Das schiebt diese Wand zurück. Und ich erwache nach 10 Stunden Schlaf.

Soweit einen kleinen Ausflug in meine innere Gefühlswelt.

Und zum Schluss eine Warnung:

Bitte wenn jemand sich durch diese Bilder getriggert fühlt.

Suizid ist keine Lösung. Hole dir Hilfe -Bitte!!

TelefonSeelsorge (alle Zielgruppen)

Telefonnummer: 0800 / 111 0 111 oder 0800 / 111 0 222
Erreichbar rund um die Uhr und Anrufe auch an Wochenenden und Feiertagen möglich
.

Danke für deine heutige Aufmerksamkeit.

Dagmar

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Daggi´s Blog Depression

Suizidversuch – 2. Teil

Heute morgen bin ich emotional in der Lage über meinen letzten Suizidversuch zu schreiben. Das ist, wie du weisst, kein leichtes Thema für mich. Trotzdem will ich dich hinter die Fassade schauen lassen. Damit du weisst, wie es sich anfühlt, wie so etwas aussieht.

In der Hoffnung, dass falls du von Depressionen betroffen bist, es nicht tust. Das du dir Hilfe suchst oder die Kraft findest, wieder aufzustehen. Für alle Neugierigen oder betroffenen Angehörigen – dass ihr vielleicht Anzeichen erkennen könnt und falls es der Fall ist, jemand Betroffenen helfen könnt.

Wie ich bereits gestern im 1. Teil schrieb, fiel mir die Auseinandersetzung mit meinem eigenen Verhalten sehr schwer. Es kostet mich enorme Kraft, mich nochmals in einem Fotoshooting dahinein zu begeben und mich damit bewusst auseinander zu setzen.

Ich danke auf diesem Wege Daniel Hertrich von https://www.hertrich.photo ganz herzlich für seinen Mut und seine Ruhe, mich durch dieses besondere Fotoshooting zu begleiten.

Doch habe ich die Hoffnung, dass mich diese Konfrontation – falls ich wieder eine Depression bekomme, von einem Suzidversuch abhält. Ebenso habe ich meine Checkliste Rot entwickelt, die mir in diesem Fall einen einfachen Ausweg bieten soll. Gern kannst du diese Checkliste Rot (als PDF) oder Checkliste Rot als (Worddatei) auch für deine Zwecke nutzen.

Falls jemand glaubt Suizid sei eine Lösung, dem sage ich heute: „Suizid ist immer ein sehr mächtiger und schmerzhafter Prozess. Die Gewalt des Sterbens ist eine sehr brachiale und wegweisende Erfahrung. Ähnlich wie die Geburt mit wahnsinnigen Schmerzen und einem sehr kraftvollen Übergang für Mutter und Kind verbunden ist, so ist es auch der Tod. Wenn du glaubst, es gibt einen friedlichen und schmerzfreien Suizid – vergiss es.“

Doch genug der Worte, jetzt will ich euch einfach die Bilder im Aussen zeigen.

Lasst Sie auf dich wirken.

Verzweifelt sitz ich Nacht für Nacht und kann nicht schlafen.
Gedanken kreisen dunkel wie Raben, die mich foltern.
Seh keine Lösung, kein Ausweg. Spüre nur den Schmerz.
Will das es aufhört, vorbei ist dieses Gefängnis, dieses Leben.
Der Entschluss ist gefallen, wieder Mal. Will gehen – weiss es geht nicht ohne Qual.
Schreibe ein paar Zeilen nieder – zum Abschied – mal wieder.
Die Zeilen fallen mir so schwer. Ich bin so müde. Meine Seele weint.
Lege den Brief ab. Es ist vollbracht.
Letzte Zweifel in der Küche.
Es ist Zeit zu gehen.
Ich tue den letzten Schritt und hoffe, es gibt kein Wiedersehen.
Das zu tun ist nicht leicht. Es fällt mir schwer. Hektisch schluck ich die Pillen. Ich will nicht mehr.
Ob das reicht ich weiss es nicht. Nehme alles was ich hab.
Mich würgt es, fast bekomme ich sie nicht herunter. Es ekelt mich dieser Geschmack.
Noch ein Glas und es ist geschafft.
Decke mich zu. Es ist vollbracht.
Hoffe auf den Frieden und die Ruhe.
Doch was mich dann erwartet, habe ich nicht gedacht.
Die Wand des Lähmung und des Todes rückt näher wie eine grüne verschliegende Wand . Doch ein Blitz aus dem Hirn schiebt die Bedrohung mit voller Macht zurück. Und wenn ich auch schlafe, so schiebt mich etwas voller Wucht ins Leben. Es scheint wohl für mich noch eine Aufgabe zu geben. Nach 10 Stunden erwache ich und stehe auf, breche vor den Augen meines Mitbewohners zusammen. Der leistet erste Hilfe und fordert dann den Krankenwagen an. Ich spüre nur noch den Luftzug und die Bewegungen der Trage, höre Stimmen mehr nicht. Filmriss…Und komme wirklich erst 4 Tage später zu mir in der geschlossenen Abteilung der Psychatrie.

Und so startet mein Rückkehr ins Leben….

Eine Warnung an jeden der sich angefixt fühlt, das nachzumachen. Glaube mir es geht schief. Hinterher sind deine Probleme oft größer als vorher. Körperliche oder noch mehr seelische Probleme aus deinem Suizidversuch begleiten dich. Schmerz kann vergehen und wenn man wirklich um Hilfe bittet, findet sich jemand – der für dich da ist. Sollte es dir wirklich einmal so schlecht gehen, dass du keinen Ausweg weisst, dann nutze diesen Link: https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/wo-finde-ich-hilfe .

Schau dir gern wie oben genannt den Blog zur Checkliste Rot (meine persönliche Notfallliste: Checkliste Rot (als PDF) oder Checkliste Rot als (Worddatei) an. Oder wenn du niemanden vertraust, nimm Kontakt mit mir auf.

Alles Liebe bis zum nächsten Blog.

Dagmar