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Daggi´s Blog Depression The Brain

Gastblog „The brain here“

Hallo, liebe Leser,

da ich ab jetzt, mit Daggis Erlaubnis, gelegentlich mal was von mir geben darf, sollte ich mich mal vorstellen.

Wer bin ich denn überhaupt?

So, damit ihr schon mal ein Gesicht habt. Weitere Informationen folgen:

Ich heiße Claudia, meist Cee genannt, bin noch 37 und habe Krebs.

Zusätzlicch zum Krebs, der mir mein Leben zerstört hat, das ich mir mühevoll aufgebaut habe, bin ich auch noch ein „Beuteltier“.

Ich habe, zu dem Krebs, auch noch einen künstlichen Darmausgang, den ich liebevoll „Pupsi“ nenne.

Seit der Diagnose meiner Krankheit habe ich Geschichten erlebt, die ihres Gleichen suchen. Ich habe Depressionen und manchmal geht es mir nicht gut. Ich versuche mein Leben in den Griff zu bekommen und mache manchmal Fehler dabei. Dies ist meine Geschichte.

Ich habe nie meinen Humor verloren, auch, wenn ich ihn manchmal nicht sofort wieder finde. Eigentlich war mein Plan mich in eine Gesellschaft zu integrieren, die ich nie verstanden habe und die auch mich nicht verstand. 

Meine Krankheit brachte mich auf ein ganz anderes Level, das mich manchmal von anderen abhebt und mich manchmal runter zieht.

Manchmal möchte ich einfach nur aufgeben, aber dann gibt es immer jemanden, der mir wieder die Hand zum weiter machen entgegen streckt.

Und ehrlich? Ich will die Hand nicht immer greifen. Ich lasse es auch manchmal einfach sein. Trotzdem gibt es Menschen, die an mich glauben. Und mich brauchen. Verrückt, oder? Wenn ich mich noch nicht einmal selber ertragen kann. Aber es ist, wie es ist. Und so mache ich weiter. Jeden Tag. Jeden Tag fange ich neu an, erkenne mich selbst, erschaffe mich neu oder bleibe einfach liegen. So ist das halt.

Was gibt es von mir zu erwarten?

Ich werde mich sicher ab und zu mal einfach auskotzen, weil ich mir alles von der Seele schreiben muss

Küchenexperimente (wenn ich wieder fit genug bin), ich koche nämlich gerne

Vielleicht mal Fotos

Dummzeuchs, ich bin oft eine Quelle für Blödsinn und, teilweise ungeplante, Komik. Viele Grüße Claudia

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Daggi´s Blog Depression

Ella nervt

Ich merke Nacht für Nacht immer wieder meine Schlaflücken, meine Grübeleien. Ella ist also nach wie vor sehr aktiv. Direkte Kommunikation ist momentan nicht möglich. Doch sie ist da. Arbeitet mit mir, in mir – erinnert mich an ihr Dasein.

Es gibt tagsüber den Wunsch oder auch des Nachts, dass sie nicht da sei. Das einfach alles in Ordnung ist. Doch sie gibt keine Ruhe – bohrt und arbeitet in mir. Diese Schuldgefühle und Gedanken sind oft sehr präsent. Lieblingssätze wie „Ich bin müde.“ „Ich kann nicht mehr.“ „Ich habe versagt. „Das wird nie was.“ sind wunderbare Gedanken, die immer wieder auftauchen. Schuldgefühle: „Ich habe meine Kinder im Stich gelassen.“

Am meisten fehlt mir das Lachen meiner kleinen Tochter. Die Kreativität meines Sohnes. Der Wiederspruch meiner großen Tochter. Habe ich zu früh als Mutter aufgegeben? Habe ich durch mein Handeln alles zerstört, was ich mir aufgebaut habe? War es die richtige Lösung alles hinter mir zu lassen? Ich liebe meine Kinder, doch bin ich eine gute Mutter?

Du merkst, meine Depression hat noch mehr Ursachen, als ich hier schreibe, doch will ich meine Kinder hier nicht mit reinziehen. Deswegen keine Namensnennung, keine Schilderung der Vorgeschichte.

Gedanken und meine Sicht auf die Welt.

Aber merkst du wo meine Peiniger sitzen? In meinem Kopf. Darin bin ich sehr gut – oder? Mein eigener Kerkermeister zu sein.

Was dagegen hilft? Nun dieser Frage werde ich mich in den nächsten Blogs widmen und mehr Input über die „Krankheit“ liefern.

Nach meiner Meinung greift die Schulmedizin, da einfach zu kurz. Oftmals können dir da selbst Betroffene viel besser Auskunft geben, woran es denn liegen kann. Wenn du Lust hast, folge mir in den nächsten Blogartikeln und ich werde dir meine Sicht auf Ella schildern.

Heute wünsche ich dir einfach einen tollen Tag. Geniesse den Sonnenaufgang und die Wunder des Tages. Daggi

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Daggi´s Blog Depression

Neue Fähigkeiten oder alles nur Einbildung?

Was ist nur los?

Da sind sie wieder diese Zweifel, die Müdigkeit. Seit Weihnachten und besonders seit meinem Suizidversuch spüre ich das Fähigkeiten erwacht sind. Gleichzeitig fange ich stark zu zweifeln an und grübele. Stelle mich immer wieder in Frage. Diese Frage lässt mir momentan keine Ruhe.

Es sind Erlebnisse, die ich bisher so niemandem anvertraut habe oder nur sehr wenigen Menschen. Doch wirklich befriedigende und für mich klare Antworten erhalte ich nicht. Denn ich kann mir diese „Fähigkeiten“ nicht erklären oder die Leute, die mir diese Dinge erklären könnten, velangen für mich unerschwinglich teure Kursgebühren oder schreiben mir, ich schwinge nicht auf einer Wellenlänge.

Ich zweifel oft selbst an meinen „Fähigkeiten“ und dem was ich erlebt habe. Ich wünsche mir einfach Antworten.

Seit Weihnachten fühle ich mich stark vom Thema Spiritualität, Schamanismus und besonderen Fähigkeiten angezogen. Es ist, als ob ich erwache. Ich fange an Energien und Heilung zu senden, Hände aufzulegen, mich mit Gebeten und Wünschen zu beschäftigen, sende Gefühle oder telepathische Nachrichten. Gleichzeitig ist es oft, als ob mein in meinem Gehirn etwas aktiv geworden ist. Es fühlt sich an wie mein Kronenchakra, gewisse Seiten des Gehirns melden sich fühlbar, wenn ich mir etwas wünsche oder nachdenke, wenn mich Energien erreichen.

Doch wie damit umgehen? Bisher habe ich alles nur per Selbstversuch rausgefunden. Energien senden funktioniert nur bei Personen, die offen dafür sind. Ebenso Nachrichten oder Botschaften nur bei Menschen, die dies zulassen.

Genauso schwingt noch eine alte Geschichte in meinen Knochen. Ein Ruf der mich mehrmals erreicht hat. Es war ein Ruf von Mutter Erde, dass sie meine Hilfe braucht. Doch wobei – wie soll ich all diese neuen Fähigkeiten einsetzen? Wofür? Ich habe keinen Lehrer, der mir diese Fragen beantwortet? Zweifle einfach oft an mir selbst. Versteckt sich das hinter meiner Depression? War das der Grund, warum ich sie bekam?

Bin ich erwacht? Mein momentaner Freund meint er empfange die Botschaften und fühle die Energien. Wieso ist dann immer dieses Gefühl ich solle weiter gehen und erkennen? Ich habe schon genug Schlamasel mit Scheidung und Trennung am Hals. Ich bin ja gern bereit diesem Ruf zu folgen, doch wo liegt die Antwort? Ich spüre hier im Havelland die Ruhe und Stille, als sei ich wieder da wohin ich gehöre. Und gleichzeitig scheint ein sehr wichtiges Puzzlestück zu fehlen. Ich ziehe mich zurück, doch es ist als fehle mir eine wichtige Info.

Ich bin absolut müde darüber, immer wieder danach zu suchen und doch lässt es mir keine Ruhe. Manchmal bin ich einfach ratlos und wünsche mir einfach mal ne ganz klare Ansage, die ich verstehe. Also Universum red mal ganz deutlich Klartext. Daggi

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Daggi´s Blog Depression

Auswege aus der Depression

Was sind Auswege? Ausweg ist der Wunsch etwas wegzubekommen. Doch gerade in einer Depression – ist es wichtig hineinzugehen und genau hinzuhören, hinzufühlen, hinzuspüren und für den Moment zu akzeptieren. So finde ich die Kraft einzutauchen und mich zu entdecken.

Ich werde zum Beobachter meiner Selbst und entdecke meine negativen Gedanken, Glaubenssätze und Zweifel. Da sind solche Gedankenfetzen wie – „Ich kann den Blog so nicht schreiben.“ „Das interessiert doch keinen.“ „Warum schreib ich das überhaupt.“ „Das hat doch eh keinen Zweck.“ „Wie kann dieser Blog denn irgendwas ändern und anderen helfen?“.

Manchmal entdeckt man neue Wege erst beim genauen Hinsehen.

Erkennst du meine Gedankenfalle? Hier sind negative Gedankenmuster am Werk. Gedankenbremser – nenne ich diese kleinen aufploppenden Blasen in meinem Hirn. Und weisst du, noch was ich rausgefunden habe? Ich bin Weltmeister in solchen Gedanken. Alles was ich angehen will, bereits vorab zu zerdenken, zerzweifeln. So killt mein innerer Kritiker jede Aktion bevor ich sie ausprobiere – um mich vor Enttäuschungen zu bewahren. Und genau damit klaut er mir die Möglichkeit zu lernen und zu wachsen. Das ist doch echt ein grosses Arschloch – oder?

Je nachdem wie du etwas siehst, kann es eine Geschenk oder ein Fluch sein.

So heisst dass für mich als Therapie eben dranbleiben und weitermachen. Diesem großen schwarzen Anteil in mir das Gegenteil zu beweisen. Es ist natürlich bequemer sich zurückzulehnen und nichts zu tun. Doch damit werde ich nichts ändern.

Wenn ich in Zukunft nicht mehr ganz so tief in ein Loch fallen will, muss ich an mir arbeiten, um meine Gedankenstrukturen zu ändern. Nur so kann ich anders reagieren und neu meine Verbindungen im Gehirn schaffen. Das ist eine präventive Maßnahme, um mich selbst zukünftig zu schützen.

Nur glaube mir, dass ist alles andere als einfach. Denn diese kleine Dinger names Gedanken sind echt flink im gedacht sein. Das ist wie mit meiner Sucht nach Süßem und Schokolade, wenn ich aufgeregt bin. Gewohnheiten eben.

Gleiches Verhalten ist wie Fahren auf der Autobahn. Neues Verhalten wie eine Abenteuerreise in einem unbekannten Land.

Gewohnheiten sind dass, was es unserem Gehirn leicht macht durch den Tag zu kommen und Energie zu sparen. Neue Dinge brauchen eine Weile, bis sie zu einer Gewohnheit werden. Doch ist es nie zu spät damit anzufangen. Diziplin heisst hier das Zauberwort. *Seufz*

So darf ich jetzt weiter üben Diziplin in meinen Gedanken zu üben. Dir wünsche ich einen tollen Tag. Viele Grüße Dagmar

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Daggi´s Blog Depression

Gespräch mit Ella

Gespäche mit meiner Depression

Was für ein verrückter Tag. Plötzlich ist man ein Titelaufmacher in der Zeitung und Ella (meine Depression) meldet sich mal wieder zum unpassenden Zeitpunkt.

Ella: „Guten Morgen die Dame !!!“

Dagmar: „Hey Ella – alte Socke – warum bist du denn gerade so stinkig?“

Ella: „Nun eigentlich willst du doch ein Buch über mich schreiben, oder?“

Dagmar: “ Ja das hatte ich vor, dass siehst du völlig korrekt.“

Ella: „Davon ist aber bisher nicht viel zu merken.“

Dagmar: „Warum bist du denn jetzt so schnippisch ? Ich habe dir doch schon neulich erklärt, det dat nich so einfach is. Man ick hab noch nie nen Buch geschrieben, Ella. Ick weeß nich wie det geht.“

Ella: “ Achso, aber immer fett uff de Kacke hauen in der Klinik. Ick schreib nen Buch über die Depression. Man große Klappe, nischt dahinter. Hauptsache nen Interview in der Märkischen Allgemeinen geben. Die Fotografie ist der Ausgleich zu meiner Depression. What für nen gequirlter Quark.“

Dagmar: „Eye Ella jetzt reiss dir mal zusammen. Du kannst mir doch nicht jedet Mal fertigmachen, wenn wir uns treffen!“

Ella: „Doch klar. Ick bin de Depression – det is mein Job. Schon vergessen?“ „Zweifeln, Grübeln, Schlafstörung, Beschissene Gedanken, Müdigkeit, Gedächtnisstörung, Wortfindungsschwierigkeiten, wenig Konzentration, Orientierungsprobleme, Antriebslosigkeit bis hin zur Sinnlosigkeit und mehr – det ist mein Job.“

Dagmar: „Man Ella – det will doch keener haben und hören.Man muss det positive darin suchen, um den Ausweg und det Licht am Ende des Tunnels zu zeigen.“

Ella: „Det könnte och nen Zug sein. „

Dagmar: „Eye Ella lass die Scheisse. Wir haben gerade mit dem Therapeuten erarbeitet, dat det keene Lösung is.“

Ella: “ Du nich icke – wa. Mensch ick bin die Depression.“

Dagmar: „Und zwar ne sehr renitente oder sollt ick besser sagen, ne rezivierende also wiederkehrend.“

Ella nickt und meint: „Na endlich haste verstanden. “

Dagmar seufzt leise vor sich hin. „Ella, man so wird det nie what. Sollte mich mal jetzt den Therapien zuwenden, damit man aus dir wieder raus kommt.“

Ella spitzfindig: „Wie kann man aus etwas rauskommen, what een Teil von dir is?. So ick hab die Schnauze voll und hau wieder ab. Bis zum nächsten mal du alte Schabracke.“

Dagmar: „Oh man diese Depression- bekloppt bis zum jetnichmehr. Servus du Deprinase.“

Schweigen ist zu hören, sonst nichts.

In diesem Sinne viel Spaß beim Lesen des Blogs.

Daggi

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Daggi´s Blog Depression Fotografie Tantra

Das Geschenk einer Depression

Eine Depression enthält nicht nur die dunkle Seite. Wenn man genau hinschaut,birgt dieser Zustand auch ein Geschenk. Dafür braucht es aber Zeit und Mut genau hinzuschauen. Dieser Prozess ist für mich schmerzhaft. Es bedarf den genauen Hinschauens und des Mutes loszulassen.

Das Geschenk der Erkenntnis

Du fragst, was ich entdecke? Mich. Ich entdecke mein Inneres, was mich ausmacht – dass ich mich verstehe. Erkenne das meine Depression ein Wandlung ist – zu mir. Erkenne meine Stärken, meine Schwächen – mein Licht und meine Schatten. Akzeptiere diese Seiten und bin gnadenlos ehrlich zu mir selbst. Ich habe keine Lust mehr mich zu verstellen, zu verstecken – ich bin wie ich bin.

Wie oft habe ich in meinem Leben Rollen gespielt, die ich meinte spielen zu müssen – die mich belasten, die ich nicht wirklich bin, um anderen einen Gefallen zu tun oder eine bestimmte Vorstellung zu erfüllen.

Deine wahren Talente entdecken

Doch das war nicht ich – nicht das wirkliche Dagmar Ich. Die Depression schenkt mir die Gnade mich zu erkennen. Was ich dort sehe? Nun das kommt auf den Blickwinkel an. Es kann eine depressive 46 jährige Buchhalterin aus dem Havelland sein oder aber eine begeisterte Fotografin, die gern Menschen trifft und zuhört, Geschichten erzählt, kreativ ist, bastelt, neue Sachen ausprobiert, einen schwarzen Humor hat, gemeinsam schweigen kann, Berührungen und Tantra liebt, anfallende Probleme löst, die gern lustige Figuren malt, die gern unterwegs umher streift nach neuen Fotomotiven, die Ideen und Träume hat oder noch Begabungen, die erst jetzt an die Oberfläche kommen.

Wandlung zum Schmetterling

Eine Frau die eine sexy Stimme hat und Männer um den Verstand bringen kann. Eine Seele, die Schwingungen, Gefühle und Gedanken bei Menschen wahrnehmen kann, da sie hochsensibel ist. Der genau deswegen manches zu viel wird und schnell sehr emotional auf die Worte und Tonlagen von Menschen reagiert.

Der Weg zu sich selbst ist manchmal der schwerste.

Die zu tiefst müde ist, weil sie nicht ihre wahre Natur lebt. Manchmal braucht es eben einen langen Prozess, um zu erkennen – wer man wirklich ist. Doch es lohnt sich auf jeden Fall sich selbst zu entdecken.

Wer bist du in deinem Inneren – wer bist wirklich Du? Lass es mich gern wissen. Viele Grüße Dagmar

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Daggi´s Blog Depression Kinder

Überraschung

Erstens kommt es anders und zweites als man denkt

Es ist gerade Freitag, der 02.07.2021. Ein ganz besonderer Mensch hat heute Geburtstag. Und ich denke zurück, wie dieser kleine besondere Mensch zernknautscht und mit blonden Haaren, so lang wie mein Unterarm vor 17 Jahren in meinen Armen lag. *Seufz*

Ich werde alt. Hätte mir damals jemals gesagt, was sich in diesen 17 Jahren alles ereignet. Dann hätte ich in für komplett bekloppt erklärt.

Doch mit diesem Tag ändert sich mein Leben komplett. Plötzlich trug ich Verantwortung für ein kleines Wesen. Noch immer denke ich an diesen Tag in Liebe zurück, an meine Unsicherheit – an meine Verletzlichkeit.

Heute ist darauf ein wunderbarer Mensch mit Macken, Ecken und Kanten und einem großen Herz geworden. Ich liebe dich – du wunderbares Wesen. Happy Birthday. Auch wenn ich dich oft angemault habe, wir uns gezankt und gestritten haben. Ich dich unwissentlich verletzt habe. Es geschah nie aus böser Absicht, sondern vielleicht weil auch ich müde, genervt und gestresst war. Für Mama-Werden gibt es in der Schule leider kein Lehrfach weisst du. Und nichts verändert einen mehr als diese Berufung – meine Sonne. Hoffe und wünsche dir aber, dass du deinen Weg gehen wirst – und das wir beide trotz meiner Erkrankungen wieder eine gute Beziehung aufbauen können.

Bei allem was war oder sein wird – ich liebe dich. Das sollst du wissen.

Deine Mama Daggi

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Daggi´s Blog Depression

Krankenhaus

Pause vom Leben

Wenn der Notfall ausbricht, sind die Retter zur Stelle

Wie ging es weiter fragst du dich? Nun nachdem ich 12 Stunden später wieder erwachte, brach ich zusammen und wurde nach einem epileptischen Anfall und Schaum vorm Mund – nach erster Hilfe und Notrufalarmierung durch den Notarzt ins Krankenhaus eingeliefert.

Daran erinnere ich mich nicht mehr. Ich weiss nur noch, dass ich Stimmen hörte und die Bewegungen, wie ich hinunter getragen und in den Notarztwagen geschoben wurde. An mehr erinnere ich mich nicht.

Kompletter Filmriss. Bewusst erinnern kann ich mich erst wieder 4 Tage später. Ich komme in der geschlossenen Abteilung der Psychatrie zu mir.

Ich blicke mich um. Das Krankenhaus ist mir unbekannt. Ich begutachte die anderen Patienten. Müde lasse ich meinen Kopf nach rechts sinken.

Es wird mir klar, ich bin wieder zurück im Leben und habe es wieder überlebt. Was soll ich jetzt sagen? Niemand ist Schuld, ausser ich. Ich bin zu tiefst müde und traurig. Schliesse einfach die Augen und frage mich warum, mir dieser Gedanke durch den Kopf geht. „Ich bin so müde“.

Kann es sein, dass meine Seele zu mir spricht? Und hier beginnt gleichzeitig eine wunderbare und erstaunliche Reise mit viel Lachen, Weinen und menschlichen Begegnungen, der unterschiedlichsten Art.

Viele Grüße Dagmar

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Daggi´s Blog Depression

Suizidversuch – 3. Teil

Jetzt hast du erfahren, wie so ein Suizidversuch im Aussen aussehen kann. Doch damit habe ich mich nicht zufrieden gegeben. Ich wollte dir auch meine Gedanken und Gefühle in Bildern einfangen.

Das war glaube ich die schwierigste Aufgabe.

Wie bekomme ich diese Gedanken, Gefühle und Bilder während der Depression vom Inneren ins Aussen.Um dir zu zeigen, wie eine Depression sich anfühlt. Dieses Sterben, diese Todesgedanken, diese Sehnsucht nach Ruhe und diese inneren Qualen.

Dabei haben mir veschiedene Menschen geholfen. Dieses Mal geht mein Dank an Daniel Hertrich von https://www.hertrich.photo und meinen Freund Bernad´ Marth, der sich die Zeit genommen hat, mit mir auf dem Dachboden zu shooten. Ohne diese Freundschaft hätte ich mich nicht soweit öffnen können, dass diese Bilder entstehen. Einige Bilder sind durch mich entstanden.

Jemand, der nicht davon betroffen ist, kann sich eine Depression nicht vorstellen. Maler versuchen so etwas in Bildern festzuhalten oder Schriftsteller in Büchern zu verarbeiten. Hier einam zwei sehr bekannte Beispiele: Schau dir mal das Bild: „Der Schrei“ von Edward Munch an. Das Bild drückt für mich die Qual einer Depression aus. Der Maler versuchte in dem Bild eine Angstattacke zu verarbeiten, die er während eines Abendspaziergangs erlitt.

Oder denk mal an die Dementoren bei Harry-Potter Büchern von J.K. Rowling. Mit diesen Wesen hat die Schriftstellerin wohl ihre eigenen Depressionen dargestellt. Wesen die einem die Seele aussaugen. Durchaus sehr passend beschrieben. Ich wünschte mir auch einen Patronuszauber, der die Depression vertreibt und mich davor beschützt.

Doch ich schweife ab. Zurück zu meinen inneren Gefühlen. Wenn ich mich damit auseinander setze, kann ich akzeptieren – dass diese Gefühle vorhanden sind. Magst du die Bilder sehen, in den Kopf eines Depressiven sehen? Dann wünsche ich dir viel Entdeckungslust und Neugier, trotz des schwierigen Themas.

Nacht für Nacht spüre ich die Qual. Aufgeschreckt.
Ich versuche dem inneren Gefängnis zu entkommen.
Strecke die Hand aus, doch hab das Gefühl –
dass keiner da der ist und mich erreicht.
Ich fühle mich gefesselt, sprachlos und niemand hört meinen stummen Schrei.
Ich lasse niemand mehr an mich heran.
Und Stück für Stück ziehe ich mich ins Innere zurück.
Nach Aussen spiele ich die Starke, doch langsam ist der Entschluss gefasst.
Ich will für immer gehen.
Suche nach Plätzen zum Sterben.
Will keinen mehr sehen.
Den Frieden denke ich werde ich mit dieser Entscheidung finden.
Bin nicht mehr in der Lage an den Schmerz meiner Kinder
und meiner Familie zu denken.
Der Tod so meine Meinung beendet das Problem
und die schwarzen Foltereien.
Ich scheibe den Abschiedsbrief an meine Lieben.
Erleichterung durchflutet mich.
Ich nehme die Tabletten in die Hand.
Und schlucke sie hinab. Ekel schüttelt mich.
Weil ich diesen Geschmack nicht mehr mag.
Der Frieden und die Ruhe sind innerlich da.
Ich denke es ist vorbei.
Und wenn es nicht klappt, dann land ich wieder in der Psychatrie.
Doch dann ist da dieses widerwertige ekelhafte Gefühl. Bedrohlich wie eine Wand. Kotzerbsengrün so fühlt sich dieses Sterben an.
Und dann ist da dieses Gefühl von pinkem Licht von hinten rechts.
Das schiebt diese Wand zurück. Und ich erwache nach 10 Stunden Schlaf.

Soweit einen kleinen Ausflug in meine innere Gefühlswelt.

Und zum Schluss eine Warnung:

Bitte wenn jemand sich durch diese Bilder getriggert fühlt.

Suizid ist keine Lösung. Hole dir Hilfe -Bitte!!

TelefonSeelsorge (alle Zielgruppen)

Telefonnummer: 0800 / 111 0 111 oder 0800 / 111 0 222
Erreichbar rund um die Uhr und Anrufe auch an Wochenenden und Feiertagen möglich
.

Danke für deine heutige Aufmerksamkeit.

Dagmar

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Daggi´s Blog Depression

Suizidversuch – 2. Teil

Heute morgen bin ich emotional in der Lage über meinen letzten Suizidversuch zu schreiben. Das ist, wie du weisst, kein leichtes Thema für mich. Trotzdem will ich dich hinter die Fassade schauen lassen. Damit du weisst, wie es sich anfühlt, wie so etwas aussieht.

In der Hoffnung, dass falls du von Depressionen betroffen bist, es nicht tust. Das du dir Hilfe suchst oder die Kraft findest, wieder aufzustehen. Für alle Neugierigen oder betroffenen Angehörigen – dass ihr vielleicht Anzeichen erkennen könnt und falls es der Fall ist, jemand Betroffenen helfen könnt.

Wie ich bereits gestern im 1. Teil schrieb, fiel mir die Auseinandersetzung mit meinem eigenen Verhalten sehr schwer. Es kostet mich enorme Kraft, mich nochmals in einem Fotoshooting dahinein zu begeben und mich damit bewusst auseinander zu setzen.

Ich danke auf diesem Wege Daniel Hertrich von https://www.hertrich.photo ganz herzlich für seinen Mut und seine Ruhe, mich durch dieses besondere Fotoshooting zu begleiten.

Doch habe ich die Hoffnung, dass mich diese Konfrontation – falls ich wieder eine Depression bekomme, von einem Suzidversuch abhält. Ebenso habe ich meine Checkliste Rot entwickelt, die mir in diesem Fall einen einfachen Ausweg bieten soll. Gern kannst du diese Checkliste Rot (als PDF) oder Checkliste Rot als (Worddatei) auch für deine Zwecke nutzen.

Falls jemand glaubt Suizid sei eine Lösung, dem sage ich heute: „Suizid ist immer ein sehr mächtiger und schmerzhafter Prozess. Die Gewalt des Sterbens ist eine sehr brachiale und wegweisende Erfahrung. Ähnlich wie die Geburt mit wahnsinnigen Schmerzen und einem sehr kraftvollen Übergang für Mutter und Kind verbunden ist, so ist es auch der Tod. Wenn du glaubst, es gibt einen friedlichen und schmerzfreien Suizid – vergiss es.“

Doch genug der Worte, jetzt will ich euch einfach die Bilder im Aussen zeigen.

Lasst Sie auf dich wirken.

Verzweifelt sitz ich Nacht für Nacht und kann nicht schlafen.
Gedanken kreisen dunkel wie Raben, die mich foltern.
Seh keine Lösung, kein Ausweg. Spüre nur den Schmerz.
Will das es aufhört, vorbei ist dieses Gefängnis, dieses Leben.
Der Entschluss ist gefallen, wieder Mal. Will gehen – weiss es geht nicht ohne Qual.
Schreibe ein paar Zeilen nieder – zum Abschied – mal wieder.
Die Zeilen fallen mir so schwer. Ich bin so müde. Meine Seele weint.
Lege den Brief ab. Es ist vollbracht.
Letzte Zweifel in der Küche.
Es ist Zeit zu gehen.
Ich tue den letzten Schritt und hoffe, es gibt kein Wiedersehen.
Das zu tun ist nicht leicht. Es fällt mir schwer. Hektisch schluck ich die Pillen. Ich will nicht mehr.
Ob das reicht ich weiss es nicht. Nehme alles was ich hab.
Mich würgt es, fast bekomme ich sie nicht herunter. Es ekelt mich dieser Geschmack.
Noch ein Glas und es ist geschafft.
Decke mich zu. Es ist vollbracht.
Hoffe auf den Frieden und die Ruhe.
Doch was mich dann erwartet, habe ich nicht gedacht.
Die Wand des Lähmung und des Todes rückt näher wie eine grüne verschliegende Wand . Doch ein Blitz aus dem Hirn schiebt die Bedrohung mit voller Macht zurück. Und wenn ich auch schlafe, so schiebt mich etwas voller Wucht ins Leben. Es scheint wohl für mich noch eine Aufgabe zu geben. Nach 10 Stunden erwache ich und stehe auf, breche vor den Augen meines Mitbewohners zusammen. Der leistet erste Hilfe und fordert dann den Krankenwagen an. Ich spüre nur noch den Luftzug und die Bewegungen der Trage, höre Stimmen mehr nicht. Filmriss…Und komme wirklich erst 4 Tage später zu mir in der geschlossenen Abteilung der Psychatrie.

Und so startet mein Rückkehr ins Leben….

Eine Warnung an jeden der sich angefixt fühlt, das nachzumachen. Glaube mir es geht schief. Hinterher sind deine Probleme oft größer als vorher. Körperliche oder noch mehr seelische Probleme aus deinem Suizidversuch begleiten dich. Schmerz kann vergehen und wenn man wirklich um Hilfe bittet, findet sich jemand – der für dich da ist. Sollte es dir wirklich einmal so schlecht gehen, dass du keinen Ausweg weisst, dann nutze diesen Link: https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/wo-finde-ich-hilfe .

Schau dir gern wie oben genannt den Blog zur Checkliste Rot (meine persönliche Notfallliste: Checkliste Rot (als PDF) oder Checkliste Rot als (Worddatei) an. Oder wenn du niemanden vertraust, nimm Kontakt mit mir auf.

Alles Liebe bis zum nächsten Blog.

Dagmar