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Daggi´s Blog Depression

Ella in Talk

Gespräche mit meiner Depression Ella

Daggi: Hey Ella – bist wieder mal voll aktiv heute – oder?

Ella: Du vergisst mich ganz gern, wenn du wieder versuchst in den Alltag zu kommen. Ich fühle mich nicht gesehen. Deswegen musste ich mich massiv wieder bei dir melden!!

Daggi: Ich dachte, ich hätte es für dieses Mal wieder überstanden, aber die dunklen Gedanken sind ja volle Kanne wieder da. Meine Fresse. Dat is echt alles andere als lustig.

Ella: Meinst du ick bin dein Schosshund und warte lieb un nett, det kannst aber volle Kanne knicken. Ick bin düster, dunkel und kann dir voll ins Dunkle treiben, dann beherrsche ick dir und deene Gedanken.

Daggi: Ja det habe ick wieder mächtig gespürt, die letzten Tage. Besonders bei de Frage – wozu ick überhaupt nutze bin. Wenn gefühlt allet den Bach runter geht – Klimaerwärmung, Corona, nix passiert dat die Menschen uff die Natur achten. Dat tut mir innerlich weh. Ick mach ja och zu wenig für die Natur. Bin nicht gut genug, weit genug. Fühle mich sehr mit ihr verbunden. Hab vielleicht och Heimweh nach Buschow… Seufz. Die olle Hitze macht mit feritg und ick sitz sinnlos zu Hause rum und red mit meiner Depression. Tolle Wolle.

Ella: Hast schon wieda Weltuntergangsstimmung?

Daggi: Na is doch wahr. Ick versuch schon nur noch öffentlich zu fahren, koofe meest Scondhand oder what gescheitet, bin jahrelang mit nen Erdgasauto gefahren, doch wenn ick den janzen Plastikmüll sehe, denn die Menschen in de Natur schmeissen, denn tut mir det weh..

Ella: Erzähl mal mehr davon… What de Anfang des Jahres entdeckt hast, weswegen de keene Lust mehr groß uff Shopping hast..

Daggi: Ok – wenn de meenst. Ick habe mir überlegt, wenn so nen Produkt billig in China oder anderen Entwicklungsländern unter billigen Bedingungen produziert wird, denn wird det nach Deutschland geschafft uff dem Weg mit nen Fliega oder per Schiff um den halben Erdball. Denn hier z.B. bei Amazon verkloppt und du koofst den Quatsch. Da die Ware vielleicht Mist is, schickste det zurück oder schmeisst det weg. Denn kommen die von Amazon und hauen det in den Müll, denn det is billiger als det wieder zu verkoofen oder reparieren. Der wird denn wieda irgendwo hin verschifft und landet dort uff Müll, vielleicht in Afrika in ner Savanne oder im Meer. Denn frisst det zum Beispiel der Fisch, der denn uff meenem Teller landet. Den fress ick denn. What für nen Wahnsinn. Da soll man nich depressiv werden.

Ella: Hör uff, det is ja der blanke Wahnsinn. Da kann man ja echt mit nem Kopf jegen die Wand loofen.

Daggi: Ja und wie soll man det aushalten, wenn de det mal verstanden hast, Ella. Det is voll Scheisse.

Ella: Ja da geb ick dir recht. Aber det waren jetzt nich die letzten Tage deene Gedanken.

Daggi: Nee – ick habe mir einfach gefragt wozu ick überhaupt nutze bin. Uff dieser bekloppten Welt. Lebe ja selbst nich mal plastikfrei. Muss mir och an die eigene Nase fassen. Warum sind de Leute alle so bequem. Schliess mir ja da nich aus…

Ella: Man man und what willste jetzt machen?

Daggi: Mit dir reden und dir zutexten? Vielleicht uffklären. Doch welche Kraft hab ick alleene? Meenste det war der Ruf von Mutta Erde vor 3 Jahren, dat se meine Hilf brauch? Bin ick da nich zu spät dran? Ach Mensch Ella. Ick brauch mal nen Arschtritt und jemand der mit mir mitmacht.

Ella: Ja Ja stattdessen malst de Dödelbilder inne Klinik – inspiriert von the Brain.

Daggi: Ella – man eye musste denn alles verraten?

Ella: Kichert und verschwindet.

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Ella nervt

Ich merke Nacht für Nacht immer wieder meine Schlaflücken, meine Grübeleien. Ella ist also nach wie vor sehr aktiv. Direkte Kommunikation ist momentan nicht möglich. Doch sie ist da. Arbeitet mit mir, in mir – erinnert mich an ihr Dasein.

Es gibt tagsüber den Wunsch oder auch des Nachts, dass sie nicht da sei. Das einfach alles in Ordnung ist. Doch sie gibt keine Ruhe – bohrt und arbeitet in mir. Diese Schuldgefühle und Gedanken sind oft sehr präsent. Lieblingssätze wie „Ich bin müde.“ „Ich kann nicht mehr.“ „Ich habe versagt. „Das wird nie was.“ sind wunderbare Gedanken, die immer wieder auftauchen. Schuldgefühle: „Ich habe meine Kinder im Stich gelassen.“

Am meisten fehlt mir das Lachen meiner kleinen Tochter. Die Kreativität meines Sohnes. Der Wiederspruch meiner großen Tochter. Habe ich zu früh als Mutter aufgegeben? Habe ich durch mein Handeln alles zerstört, was ich mir aufgebaut habe? War es die richtige Lösung alles hinter mir zu lassen? Ich liebe meine Kinder, doch bin ich eine gute Mutter?

Du merkst, meine Depression hat noch mehr Ursachen, als ich hier schreibe, doch will ich meine Kinder hier nicht mit reinziehen. Deswegen keine Namensnennung, keine Schilderung der Vorgeschichte.

Gedanken und meine Sicht auf die Welt.

Aber merkst du wo meine Peiniger sitzen? In meinem Kopf. Darin bin ich sehr gut – oder? Mein eigener Kerkermeister zu sein.

Was dagegen hilft? Nun dieser Frage werde ich mich in den nächsten Blogs widmen und mehr Input über die „Krankheit“ liefern.

Nach meiner Meinung greift die Schulmedizin, da einfach zu kurz. Oftmals können dir da selbst Betroffene viel besser Auskunft geben, woran es denn liegen kann. Wenn du Lust hast, folge mir in den nächsten Blogartikeln und ich werde dir meine Sicht auf Ella schildern.

Heute wünsche ich dir einfach einen tollen Tag. Geniesse den Sonnenaufgang und die Wunder des Tages. Daggi

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Gespräch mit Ella

Gespäche mit meiner Depression

Was für ein verrückter Tag. Plötzlich ist man ein Titelaufmacher in der Zeitung und Ella (meine Depression) meldet sich mal wieder zum unpassenden Zeitpunkt.

Ella: „Guten Morgen die Dame !!!“

Dagmar: „Hey Ella – alte Socke – warum bist du denn gerade so stinkig?“

Ella: „Nun eigentlich willst du doch ein Buch über mich schreiben, oder?“

Dagmar: “ Ja das hatte ich vor, dass siehst du völlig korrekt.“

Ella: „Davon ist aber bisher nicht viel zu merken.“

Dagmar: „Warum bist du denn jetzt so schnippisch ? Ich habe dir doch schon neulich erklärt, det dat nich so einfach is. Man ick hab noch nie nen Buch geschrieben, Ella. Ick weeß nich wie det geht.“

Ella: “ Achso, aber immer fett uff de Kacke hauen in der Klinik. Ick schreib nen Buch über die Depression. Man große Klappe, nischt dahinter. Hauptsache nen Interview in der Märkischen Allgemeinen geben. Die Fotografie ist der Ausgleich zu meiner Depression. What für nen gequirlter Quark.“

Dagmar: „Eye Ella jetzt reiss dir mal zusammen. Du kannst mir doch nicht jedet Mal fertigmachen, wenn wir uns treffen!“

Ella: „Doch klar. Ick bin de Depression – det is mein Job. Schon vergessen?“ „Zweifeln, Grübeln, Schlafstörung, Beschissene Gedanken, Müdigkeit, Gedächtnisstörung, Wortfindungsschwierigkeiten, wenig Konzentration, Orientierungsprobleme, Antriebslosigkeit bis hin zur Sinnlosigkeit und mehr – det ist mein Job.“

Dagmar: „Man Ella – det will doch keener haben und hören.Man muss det positive darin suchen, um den Ausweg und det Licht am Ende des Tunnels zu zeigen.“

Ella: „Det könnte och nen Zug sein. „

Dagmar: „Eye Ella lass die Scheisse. Wir haben gerade mit dem Therapeuten erarbeitet, dat det keene Lösung is.“

Ella: “ Du nich icke – wa. Mensch ick bin die Depression.“

Dagmar: „Und zwar ne sehr renitente oder sollt ick besser sagen, ne rezivierende also wiederkehrend.“

Ella nickt und meint: „Na endlich haste verstanden. “

Dagmar seufzt leise vor sich hin. „Ella, man so wird det nie what. Sollte mich mal jetzt den Therapien zuwenden, damit man aus dir wieder raus kommt.“

Ella spitzfindig: „Wie kann man aus etwas rauskommen, what een Teil von dir is?. So ick hab die Schnauze voll und hau wieder ab. Bis zum nächsten mal du alte Schabracke.“

Dagmar: „Oh man diese Depression- bekloppt bis zum jetnichmehr. Servus du Deprinase.“

Schweigen ist zu hören, sonst nichts.

In diesem Sinne viel Spaß beim Lesen des Blogs.

Daggi

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Gestatten Ella

Ella – mein Dark Angel

Es passiert wären dem Aufenthalt in der Psychatrie. Ich sitze nachdem wir Covid haben und ich mir noch aus Ungeschick den rechten Fußknöchel beim Volleyballspielen verknackst habe – in meinem Zimmer fest. Denn gut Treppe auf und absteigen, ist ja damit nicht. Schon seit der geschlossenen Station, male ich intensiv und viel.

Wenn man kaum Therapieprogramm wegen Corona hat, muss man ja irgendwas tun, um nicht komplett hohl zu drehen. Und so entstehen wirklich hunderte von Skizzen und Zeichnungen. Immer mehr nähere ich mich meinem Inneren an und beginne meine Gedanken, Gefühle in Bildern festzuhalten.

Da steht eines Tages plötzlich Ella auf meiner Schwelle und erscheint auf meinem Papier – meine Depression. In dieser Zeit arbeite ich sehr intensiv mit meiner Psychologin am Thema „Suizidprävention“. Ich durchlaufe mit ihr genau, die einzelnen Stationen und Gefühle während dieser Phase, um die Anzeichen besser zu erkennen – und mir früher Hilfe zu holen.

Und da ist sie auf einmal da. Greifbar und auf Papier ansprechbar. Sie beginnt sich mit mir zu unterhalten. Upss was ist denn jetzt loss??..

“ Du hast ja wohl echt ne Vollmeise- oder ? Wer hatte denn die bekloppte Idee mit mir ein Interview zu führen oder auch ein Buch zu schreiben? Hä! Na komm sag schon wer war das Daggi – sei ehrlich!“

“ Man Ella – du kannst doch hier nicht einfach in meinem Blog auftauchen und dazwischen quatschen. Was sollen denn meine Leser denken?“

„Deine Leser, deine Leser – die sind mir doch schnurzpiep egal. Du hattest die Idee und niemand anders. Nur um das klarzustellen!“

„Seufz – so geht das jetzt schon die ganze Zeit. Immer quatscht du dazwischen. Aber ok – es war meine Idee. „

„Wieso quatscht du eigentlich immer dazwischen, Ella ?“

„Du hörst ja sonst nicht zu, wenn ich mit dir reden will. Immer beschäftigt die Dame – hier und da und dort, störrisches Wesen!“

„Ey Ella – das geht jetzt echt zu weit. „

“ Warte es nur ab, deine Leser werden mit dir noch ihre helle Freude haben, wenn die erfahren – wie du wirklich bist.“

“ Oh – man auf was habe ich mich da nur wieder eingelassen? „

„Servus.“

….

Etwas sprachlos sitze ich gerade vor dem Rechner. Was habe ich da denn losgetreten? Nun die Interviews mit ihr – werden in Zukunft sicher noch sehr interessant.