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Daggi´s Blog Depression Kunst Tantra

Blödsinn uff 2 Beene

Peinliche Geschichten mit Daggi oder Warum ick in der Psychatrie begann Dödel zu malen

Blödsinn mit Claudia in der Klinik

Heute mal nen nich so ganz ernstes Thema. Sonst versinkst ma noch in Schwermut. Reicht schon wenn ick det habe. Wie kam et nun in der Psychatrie det ick anfing künstlerische Dödel zu malen.

Nun ja et war mal wieda nach na Kunsttherapie uff der geschlossenen Station. The Brain (alias Claudia) und icke waren wieda genervt. Analyse der gemalten Bilder – hinein interpretieren what de gemalt hast. Claudia und ick grummeln. Irgendwie packt uns der Übermut und wir beschliessen zu provozieren. Am nächsten Tag bietet sich die Gelegenheit. Es get um Künstler – die mit Muster ihre Gefühle zum Ausdruck brachten. Paul Klee und der gelbe Piepmatz. Schönet Bild – sehr beruhigend.

Der Vogel steht uff Kopf und überall uff Bild – grad via Lust hat. Mir schießt meine Lieblingskünstlerin Nikki St. Phalle in den Sinn. Für denjenigen- der se nich kennt. Det is die mit die bunten dicken Nanafiguren. Tolle Frau und Künstlerin. Naja und von St. Phalle zur Phallus is det den och nur den Katzensprung.

Ick male zunächst erstmal 3 Dödels, ja die och spritzen – denn stell ick die uff Koppe und verwandele det Bild inne Landschaft. Die Ogen von de Kunsttherapeutin verfolgen mir. Ick male vor mir hin. Als ick fertig bin, zeige ick meen Bild Claudia the Brain. Die giggelt gleich los. Det is ja nen Penis.

Blödsinn inner Psychatrie – wehe wenn sie losgelassen

Ick zische ihr zu – Klappe halten. Gut dat wir Coronamasken tragen -sonst würde ick rot werden.

Denn häng ick meen Bild uff. Scheisse det is mit jetzt echt peinlich. Doch et geht um Kontfrontation.

Kann ick den Blödsinn aushalten und die Kommentare für det what ick verzapft habe. Det Bild hängt. Unschuldig zwischen den andern. Een Künstler aus Südtirol – Holzschnitza sucht sich dat Bild wegen den Farben raus. Die sind so schön bunt. Denn merkste wie der Groschen fällt. Schweigen. Claudia gluckst. Stammeln: „Die Formen sind och sehr schön – so schwungvoll.“ Dann bin ick dran zu erklären.

Ick laber what von Paul Klee und den Pflanzen und de Formen. Keen Wort von de Penisse.

Doch nach de Stunde wird det lustig. De Kunstterapeutin kommt uff mir zu. Ob ick da Penisse gemalt habe. Weil ick ja erst det Bild andersrum gedreht hatte. Ick verneine. Tue entrüstet. Ab und an kann ick och schwindeln. De Gabe hatte ick schon in de Kindheit, wenn det Eis imma verschwand. Bloss blöd wenn ick imma inna Nähe war, wenn det der Tatbestand war. Deswegen lass ich sowas lieba sein, weilt Lügen haben kurze Füsse. Aber in dem Fall – mach ick det denn doch. Dat Lachen zuckt mir um de Mundwinkel. Denn is Mittagessen. Ick lass det Bild verschwinden von de Tafel. Man weess ja nich wegen Missbrauchsopfa von Vergewaltigungen oder so. Ick will da nix triggern.

Lachend verschwinden Claudia und icke im Zimma. Wie zwei Teenager. Bekloppt oder?

Uff diesem Wege möchte ick mich bei der wundervollen Kunstdozentin der Klinik entschuldigen für diese kleene Lüge. Aber wenn Fotogafin eben och Aktshootings macht, kann da manchmal eben nix gescheites rauskommen. Wie man noch sehen wird.

In diesem Sinne tollen Tag. Daggi

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Daggi´s Blog Depression The Brain

Meet the Brain

Verrücktes Huhn mit Talent zum Unsichtbarwerden und absoluter Situationskomik, Kämpferherz und von 1000 Minions begleitet, schüchtern, aber auch sehr stur 🙂

Es is Umzugstag. Das lustige Bettenroulette rollt und die Kugel springt uff Hauptgewinn. Och wen et zunächst nich so aussieht.

Zunächst bin ick in de Kinik einfach nur froh, mal wieda mehr Privatsphäre zu haben. Raus aus dem Überwachungsbereich und Viermannzimma – in den „Luxus“bereich der Station. Zweimann-Zimma. Wie geil is det denn. Endlich mal nich immer Radau, sondern etwas mehr Privatsphäre.

Der Schalk blitzt ihr aus dem Gesicht.

Claudia wirkt zunächst unscheinbar, doch beim Einräumen meiner Klamotten in den Schrank – merken wir schnell – da is ne ähnliche Energie da. Claudia hat Humor – sehr schwarz und so überraschend. So was liebe ick ja und ick steige voll druff in. Ick beginne sie ab dem Moment einfach gern zu haben und mich in see zu verlieben – wees der Geier warum. Aber det is ja och egal. Sie schenkt mir aber eines zurück – was ick lange nich mehr hatte – mein Lachen und die Lust uff Blödsinn.

Wozu mich diese Zimmernachbarin noch anstiften wird, warum ick plötzlich Amor spiele, what für Schandtaten ick plötzlich mache – davon mehr in einigen andern Blogs. Die durchaus sehr spannend und heita werden. Denn och in der Psychatrie is det Leben nich immer nur traurig, sondern sehr überraschend. Und vielen Dank an Cluadia – du hast mir mein Lachen wiedajeschenkt. Fühl dir geknutscht und umarmt meene Keule. Daggi

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Daggi´s Blog Depression

Gespräch mit Ella

Gespäche mit meiner Depression

Was für ein verrückter Tag. Plötzlich ist man ein Titelaufmacher in der Zeitung und Ella (meine Depression) meldet sich mal wieder zum unpassenden Zeitpunkt.

Ella: „Guten Morgen die Dame !!!“

Dagmar: „Hey Ella – alte Socke – warum bist du denn gerade so stinkig?“

Ella: „Nun eigentlich willst du doch ein Buch über mich schreiben, oder?“

Dagmar: “ Ja das hatte ich vor, dass siehst du völlig korrekt.“

Ella: „Davon ist aber bisher nicht viel zu merken.“

Dagmar: „Warum bist du denn jetzt so schnippisch ? Ich habe dir doch schon neulich erklärt, det dat nich so einfach is. Man ick hab noch nie nen Buch geschrieben, Ella. Ick weeß nich wie det geht.“

Ella: “ Achso, aber immer fett uff de Kacke hauen in der Klinik. Ick schreib nen Buch über die Depression. Man große Klappe, nischt dahinter. Hauptsache nen Interview in der Märkischen Allgemeinen geben. Die Fotografie ist der Ausgleich zu meiner Depression. What für nen gequirlter Quark.“

Dagmar: „Eye Ella jetzt reiss dir mal zusammen. Du kannst mir doch nicht jedet Mal fertigmachen, wenn wir uns treffen!“

Ella: „Doch klar. Ick bin de Depression – det is mein Job. Schon vergessen?“ „Zweifeln, Grübeln, Schlafstörung, Beschissene Gedanken, Müdigkeit, Gedächtnisstörung, Wortfindungsschwierigkeiten, wenig Konzentration, Orientierungsprobleme, Antriebslosigkeit bis hin zur Sinnlosigkeit und mehr – det ist mein Job.“

Dagmar: „Man Ella – det will doch keener haben und hören.Man muss det positive darin suchen, um den Ausweg und det Licht am Ende des Tunnels zu zeigen.“

Ella: „Det könnte och nen Zug sein. „

Dagmar: „Eye Ella lass die Scheisse. Wir haben gerade mit dem Therapeuten erarbeitet, dat det keene Lösung is.“

Ella: “ Du nich icke – wa. Mensch ick bin die Depression.“

Dagmar: „Und zwar ne sehr renitente oder sollt ick besser sagen, ne rezivierende also wiederkehrend.“

Ella nickt und meint: „Na endlich haste verstanden. “

Dagmar seufzt leise vor sich hin. „Ella, man so wird det nie what. Sollte mich mal jetzt den Therapien zuwenden, damit man aus dir wieder raus kommt.“

Ella spitzfindig: „Wie kann man aus etwas rauskommen, what een Teil von dir is?. So ick hab die Schnauze voll und hau wieder ab. Bis zum nächsten mal du alte Schabracke.“

Dagmar: „Oh man diese Depression- bekloppt bis zum jetnichmehr. Servus du Deprinase.“

Schweigen ist zu hören, sonst nichts.

In diesem Sinne viel Spaß beim Lesen des Blogs.

Daggi