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Daggi´s Blog Depression

Krankenhaus

Pause vom Leben

Wenn der Notfall ausbricht, sind die Retter zur Stelle

Wie ging es weiter fragst du dich? Nun nachdem ich 12 Stunden später wieder erwachte, brach ich zusammen und wurde nach einem epileptischen Anfall und Schaum vorm Mund – nach erster Hilfe und Notrufalarmierung durch den Notarzt ins Krankenhaus eingeliefert.

Daran erinnere ich mich nicht mehr. Ich weiss nur noch, dass ich Stimmen hörte und die Bewegungen, wie ich hinunter getragen und in den Notarztwagen geschoben wurde. An mehr erinnere ich mich nicht.

Kompletter Filmriss. Bewusst erinnern kann ich mich erst wieder 4 Tage später. Ich komme in der geschlossenen Abteilung der Psychatrie zu mir.

Ich blicke mich um. Das Krankenhaus ist mir unbekannt. Ich begutachte die anderen Patienten. Müde lasse ich meinen Kopf nach rechts sinken.

Es wird mir klar, ich bin wieder zurück im Leben und habe es wieder überlebt. Was soll ich jetzt sagen? Niemand ist Schuld, ausser ich. Ich bin zu tiefst müde und traurig. Schliesse einfach die Augen und frage mich warum, mir dieser Gedanke durch den Kopf geht. „Ich bin so müde“.

Kann es sein, dass meine Seele zu mir spricht? Und hier beginnt gleichzeitig eine wunderbare und erstaunliche Reise mit viel Lachen, Weinen und menschlichen Begegnungen, der unterschiedlichsten Art.

Viele Grüße Dagmar

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Suizidversuch – 3. Teil

Jetzt hast du erfahren, wie so ein Suizidversuch im Aussen aussehen kann. Doch damit habe ich mich nicht zufrieden gegeben. Ich wollte dir auch meine Gedanken und Gefühle in Bildern einfangen.

Das war glaube ich die schwierigste Aufgabe.

Wie bekomme ich diese Gedanken, Gefühle und Bilder während der Depression vom Inneren ins Aussen.Um dir zu zeigen, wie eine Depression sich anfühlt. Dieses Sterben, diese Todesgedanken, diese Sehnsucht nach Ruhe und diese inneren Qualen.

Dabei haben mir veschiedene Menschen geholfen. Dieses Mal geht mein Dank an Daniel Hertrich von https://www.hertrich.photo und meinen Freund Bernad´ Marth, der sich die Zeit genommen hat, mit mir auf dem Dachboden zu shooten. Ohne diese Freundschaft hätte ich mich nicht soweit öffnen können, dass diese Bilder entstehen. Einige Bilder sind durch mich entstanden.

Jemand, der nicht davon betroffen ist, kann sich eine Depression nicht vorstellen. Maler versuchen so etwas in Bildern festzuhalten oder Schriftsteller in Büchern zu verarbeiten. Hier einam zwei sehr bekannte Beispiele: Schau dir mal das Bild: „Der Schrei“ von Edward Munch an. Das Bild drückt für mich die Qual einer Depression aus. Der Maler versuchte in dem Bild eine Angstattacke zu verarbeiten, die er während eines Abendspaziergangs erlitt.

Oder denk mal an die Dementoren bei Harry-Potter Büchern von J.K. Rowling. Mit diesen Wesen hat die Schriftstellerin wohl ihre eigenen Depressionen dargestellt. Wesen die einem die Seele aussaugen. Durchaus sehr passend beschrieben. Ich wünschte mir auch einen Patronuszauber, der die Depression vertreibt und mich davor beschützt.

Doch ich schweife ab. Zurück zu meinen inneren Gefühlen. Wenn ich mich damit auseinander setze, kann ich akzeptieren – dass diese Gefühle vorhanden sind. Magst du die Bilder sehen, in den Kopf eines Depressiven sehen? Dann wünsche ich dir viel Entdeckungslust und Neugier, trotz des schwierigen Themas.

Nacht für Nacht spüre ich die Qual. Aufgeschreckt.
Ich versuche dem inneren Gefängnis zu entkommen.
Strecke die Hand aus, doch hab das Gefühl –
dass keiner da der ist und mich erreicht.
Ich fühle mich gefesselt, sprachlos und niemand hört meinen stummen Schrei.
Ich lasse niemand mehr an mich heran.
Und Stück für Stück ziehe ich mich ins Innere zurück.
Nach Aussen spiele ich die Starke, doch langsam ist der Entschluss gefasst.
Ich will für immer gehen.
Suche nach Plätzen zum Sterben.
Will keinen mehr sehen.
Den Frieden denke ich werde ich mit dieser Entscheidung finden.
Bin nicht mehr in der Lage an den Schmerz meiner Kinder
und meiner Familie zu denken.
Der Tod so meine Meinung beendet das Problem
und die schwarzen Foltereien.
Ich scheibe den Abschiedsbrief an meine Lieben.
Erleichterung durchflutet mich.
Ich nehme die Tabletten in die Hand.
Und schlucke sie hinab. Ekel schüttelt mich.
Weil ich diesen Geschmack nicht mehr mag.
Der Frieden und die Ruhe sind innerlich da.
Ich denke es ist vorbei.
Und wenn es nicht klappt, dann land ich wieder in der Psychatrie.
Doch dann ist da dieses widerwertige ekelhafte Gefühl. Bedrohlich wie eine Wand. Kotzerbsengrün so fühlt sich dieses Sterben an.
Und dann ist da dieses Gefühl von pinkem Licht von hinten rechts.
Das schiebt diese Wand zurück. Und ich erwache nach 10 Stunden Schlaf.

Soweit einen kleinen Ausflug in meine innere Gefühlswelt.

Und zum Schluss eine Warnung:

Bitte wenn jemand sich durch diese Bilder getriggert fühlt.

Suizid ist keine Lösung. Hole dir Hilfe -Bitte!!

TelefonSeelsorge (alle Zielgruppen)

Telefonnummer: 0800 / 111 0 111 oder 0800 / 111 0 222
Erreichbar rund um die Uhr und Anrufe auch an Wochenenden und Feiertagen möglich
.

Danke für deine heutige Aufmerksamkeit.

Dagmar