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Auslöser von Depressionen – 1. Teil

Auslöser von Depressionen

Kann der Grundstein in der Schwangaschaft gelegt werden?

Heute starte ick mal mit ner neuen Serie. Et geht um mögliche Ursache bei Depressionen. Schauen wir uns det ganze mal in Ruhe an. Et gibt ja nich nur den eenen Auslöser. Sondern viele.

Depression iss och Sammelbecken von Erkrankungen, die man nich genau zuordnen kann. Die aber vielleicht ähnliche Symptome zeigen. Daraus wird dann gemacht, det du Antidepressiva brauchst und allet is gut. Dat greift für mir abba nen bisschen zu kurz. Det is als wenn dein Waschbecken tropft, du ne Schüssel drunter stellst und sagst jetze is alles gut. Bloss ick würd ja lieba det tropfende Rohr reparieren, statt nur die Schüssel drunter zu stellen.

Doch genug vom Geschwafel. In der Serie wird et imma wieda mal um einen möglichen Auslösa gehen. Und den wird ick dann kurz vorstellen. Damit du einfach mal nen Denkanstoss hast.

Det 1. Thema soll mal die Vererbbarkeit von Depressionen sein

Die Fachliteratur meint, sowas kann angeboren sein? Wirklich?

Nun ja gehen wir mal zurück in den Mutterleib. Der Embrio is in der Gebärmutter eingenistet und geparkt. Wird ausgebrütet. Mutter is heute ja oft noch bis 6 Wochen vor der Entbindung am Arbeiten. So war det zumindest bei mir. Ja ick wollte unbedingt nen Kind. War aber der Meinung, ick muss unbedingt noch bei meinem Arbeitgeber ackern, da wir ja sonst nicht fertig werden.

Wenn du schwanger bist, kriegste dat Wissen ja oft nich inne Schule beigebracht. Sondern lernst it durchs Erleben. Jetzt schauen wir mal als Beispiel. Ick stresse mich inna Arbeit, weil noch irgend was fertig werden muss. Abgabetermin Controlling – dringend. Ick ackere mir mit der Kollegin nen Wolf um fertig zu werden. Stresshormone. Dat Kind im Bauch wird geflutet damit über die Nabelschnur. Et kann sich jar nicht dagegen wehren.

Stress in der Schwangerschaft für den Embrio

Dann kriegste nur mal um bei dem Beispiel zu bleiben, nen riesigen Anschiss von dem Arsch von Chef und det weil er nich die Zahlen kontrolliert hat. Du hast aber deinen Fehler schon zugegeben vorher. Weil de ja ehrlich bist. Denn faltet dich der falsche Fufziger vielleicht noch vor anderen Leuten zusammen, damit er zeigt wie toll er is.

Du stehst da eh schon dicht am Wasser gebaut inner Schwangerschaft und heulst los, kannst dir die Tränen nich verkneifen. Die Hormone und der Schmerz durchfluten dir. Wieder bekommt dat Baby die volle Dröhnung Stresshormone. Du stehst da wie nen begossener Pudel. Haust ab und willst keenen mehr sehen. Du bist Schuld, hast eben falsch gebucht. Toll er hat seinen Sündenbock. Is der große Macker, der den Laden im Griff hat und du bist die Wurscht. Dein Baby protestiert im Bauch.

Wieder wird es überschwemmt mit Stresshormone wegen deiner Schuldgefühle.

Jetzt stell dir mal vor Eltern streiten sich in der Zeit der Schwangerschaft, schreien sich an oder sie ist ständig hektisch. Überträgt sich alles per Nabelschnur uffs Kind. Insofern können genau solche Faktoren bei der Entwicklung des Kindes uff jeden Fall ne Rolle spielen. Das es eventuell anfälliger dafür ist.

Dat mal als eene mögliche Erklärung für die Veranlagung zu Depressionen.  

Demnächst dann mehr in diesem Blog. Alles Liebe Daggi

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Gastblog: Der Schreck „Chemotherapie“

Ich denke jeder von uns hat ein Bild im Kopf, wenn er das Wort „Chemotherapie“ hört.

Den meisten wird es da ähnlich gehen, wie mir früher:

Man denkt an abgemagerte, müde aussehende Leute, die kahlköpfig sind und denen es richtig dreckig geht.

Als ich zu meiner ersten „Sitzung“ in die onkologische Tagesklinik des Klinikums Rechts der Isar kam, hatte ich Angst.

Gefühl von Angst

Ich war ein zitterndes, heulendes Häufchen Elend.

Die Mitarbeiter dort, muss ich wirklich loben. Sie sind sehr einfühlsam und, weil damals kein hohes Patientenaufkommen war, hatten sie etwas mehr Zeit zur Verfügung.

Ich werde nie vergessen, wie Bernd, einer der Pfleger dort, dieses Mehr an Zeit genutzt hat, um sich zu mir zu setzen, meine Hand zu halten und einfach nur für mich da zu sein.

Einfach für mich da sein.

Seit damals sind Bernd und ich per du. Wir witzeln immer rum, hauen uns gern gegenseitig in die Pfanne und er nennt mich nur allzu gerne „Strickliesl“.

Bis auf die anfängliche Angst, verläuft meine Therapie auch sehr gut.

Bei diesen Sitzungen wartet man eigentlich nur ab, dass die Infusion in deinen Körper läuft.

Ich habe meine Haare nicht verloren, ich musste nicht ständig kotzen.

Ok, bei Kälte werden mir Finger und Zehen taub, ich kann nur mit Handschuhen ins Tiefkühlfach fassen. Gibt beim Einkaufen gern mal komische Blicke, is mir aber total egal.

Claudia

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Suizidversuch – 3. Teil

Jetzt hast du erfahren, wie so ein Suizidversuch im Aussen aussehen kann. Doch damit habe ich mich nicht zufrieden gegeben. Ich wollte dir auch meine Gedanken und Gefühle in Bildern einfangen.

Das war glaube ich die schwierigste Aufgabe.

Wie bekomme ich diese Gedanken, Gefühle und Bilder während der Depression vom Inneren ins Aussen.Um dir zu zeigen, wie eine Depression sich anfühlt. Dieses Sterben, diese Todesgedanken, diese Sehnsucht nach Ruhe und diese inneren Qualen.

Dabei haben mir veschiedene Menschen geholfen. Dieses Mal geht mein Dank an Daniel Hertrich von https://www.hertrich.photo und meinen Freund Bernad´ Marth, der sich die Zeit genommen hat, mit mir auf dem Dachboden zu shooten. Ohne diese Freundschaft hätte ich mich nicht soweit öffnen können, dass diese Bilder entstehen. Einige Bilder sind durch mich entstanden.

Jemand, der nicht davon betroffen ist, kann sich eine Depression nicht vorstellen. Maler versuchen so etwas in Bildern festzuhalten oder Schriftsteller in Büchern zu verarbeiten. Hier einam zwei sehr bekannte Beispiele: Schau dir mal das Bild: „Der Schrei“ von Edward Munch an. Das Bild drückt für mich die Qual einer Depression aus. Der Maler versuchte in dem Bild eine Angstattacke zu verarbeiten, die er während eines Abendspaziergangs erlitt.

Oder denk mal an die Dementoren bei Harry-Potter Büchern von J.K. Rowling. Mit diesen Wesen hat die Schriftstellerin wohl ihre eigenen Depressionen dargestellt. Wesen die einem die Seele aussaugen. Durchaus sehr passend beschrieben. Ich wünschte mir auch einen Patronuszauber, der die Depression vertreibt und mich davor beschützt.

Doch ich schweife ab. Zurück zu meinen inneren Gefühlen. Wenn ich mich damit auseinander setze, kann ich akzeptieren – dass diese Gefühle vorhanden sind. Magst du die Bilder sehen, in den Kopf eines Depressiven sehen? Dann wünsche ich dir viel Entdeckungslust und Neugier, trotz des schwierigen Themas.

Nacht für Nacht spüre ich die Qual. Aufgeschreckt.
Ich versuche dem inneren Gefängnis zu entkommen.
Strecke die Hand aus, doch hab das Gefühl –
dass keiner da der ist und mich erreicht.
Ich fühle mich gefesselt, sprachlos und niemand hört meinen stummen Schrei.
Ich lasse niemand mehr an mich heran.
Und Stück für Stück ziehe ich mich ins Innere zurück.
Nach Aussen spiele ich die Starke, doch langsam ist der Entschluss gefasst.
Ich will für immer gehen.
Suche nach Plätzen zum Sterben.
Will keinen mehr sehen.
Den Frieden denke ich werde ich mit dieser Entscheidung finden.
Bin nicht mehr in der Lage an den Schmerz meiner Kinder
und meiner Familie zu denken.
Der Tod so meine Meinung beendet das Problem
und die schwarzen Foltereien.
Ich scheibe den Abschiedsbrief an meine Lieben.
Erleichterung durchflutet mich.
Ich nehme die Tabletten in die Hand.
Und schlucke sie hinab. Ekel schüttelt mich.
Weil ich diesen Geschmack nicht mehr mag.
Der Frieden und die Ruhe sind innerlich da.
Ich denke es ist vorbei.
Und wenn es nicht klappt, dann land ich wieder in der Psychatrie.
Doch dann ist da dieses widerwertige ekelhafte Gefühl. Bedrohlich wie eine Wand. Kotzerbsengrün so fühlt sich dieses Sterben an.
Und dann ist da dieses Gefühl von pinkem Licht von hinten rechts.
Das schiebt diese Wand zurück. Und ich erwache nach 10 Stunden Schlaf.

Soweit einen kleinen Ausflug in meine innere Gefühlswelt.

Und zum Schluss eine Warnung:

Bitte wenn jemand sich durch diese Bilder getriggert fühlt.

Suizid ist keine Lösung. Hole dir Hilfe -Bitte!!

TelefonSeelsorge (alle Zielgruppen)

Telefonnummer: 0800 / 111 0 111 oder 0800 / 111 0 222
Erreichbar rund um die Uhr und Anrufe auch an Wochenenden und Feiertagen möglich
.

Danke für deine heutige Aufmerksamkeit.

Dagmar

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Beginn der Depression

Heute will ich einmal zurück gehen an den Anfang dieser Depression. Was waren die Auslöser für die Erkrankungsperiode?

Ich blicke ein halbes Jahr zurück und es ist kurz vor Silvester 2020. Bei der Arbeit in der Steuerkanzlei merke ich, wie müde und abgeschlagen ich bin. Bereits wenn ich am Morgen in die Arbeit gehe, denke ich über den Feierabend nach. Ich schaue des öfteren auf die Uhr und wünsche mir es wäre 18.00 Uhr. Die Arbeit in der Kanzlei habe ich angenommen, weil ich spontan vom Lockdown überrascht wurde, nicht weil ich wirklich wollte.

Es war die Notwendigkeit, das Geld zu verdienen einen Traum zu finanzieren, der nicht mehr der meine ist. Weil ich für meine Handlungen einstehen will. Eigentlich fühle mich in dieser Zeit nur wirklich wach, wenn ich mit der Kamera unterwegs bin und Menschen treffe, fotografiere.

Doch kurz vor diesem Silvesterabend passiert etwas sehr Unerwartes. Es ist, als würde ich auch eine spirituelle Reise beginnen. Als rufe mich etwas zu sich. Ich kann es nicht genau beschreiben, aber ich beginne zu meditieren und finde etwas in mir – das anfängt zu klingen. Eine Seite, die gehört werden will.

Gleichzeitig bin ich von meiner Arbeit zu tiefst ermüdet. Sie erscheint mir so sinnlos, so leer. Steuererklärungen und Finanzbuchhaltung für andere Menschen – Monat für Monat immer das Gleiche. Und der 10. des Monats ist immer der 10. des Monats. Zeitdruck – Umsatzsteuer – Abgabetermine.

Ich mag nicht mehr. Kurz nach Arbeitsbeginn habe ich das Gefühl Luft zu buchen, Wolken hin- und her zu schieben. Keinerlei Sinnhaftigkeit und Spaß an dieser Arbeit, die mich doch bisher durch mein ganzes Leben begleitet hat, sogar oft an den Wochenenden. Ich – die ich immer pflichtbewusst und voller Einsatz war, mag nicht mehr. Kann mich nicht mehr aufraffen. 28 Jahre mit Unterbrechungen in diesem Beruf und es ist vorbei. Ende! Aus!

Ein tiefe Müdigkeit, Lustlosigkeit und auch Sinnlosigkeit schleicht sich langsam ein, wenig Hunger. Nichts scheint mehr wirklich Spaß zu machen. Alles erscheint so furchtbar anstrengend. Es ist als bewege ich mich in Zeitlupe unter Wasser. Und ich erkenne – wer da an meine Tür kloppft. Spätestens als meine Schlafprobleme und die Grübelattacken da sind – weiss ich, meine Depression ist wieder da. Langsam ziehe ich mich von allen Leuten zurück und beginne mich wieder zu verkriechen.