Streifzüge durch München

Es ist Frohnleichnam und ich habe Zeit. Ein Feiertag, mit dem ich nicht wirklich gerechnet habe. Meine Familie ist im Urlaub und ich bin allein zu Haus. Was mir unangenehm auffällt ist, wie extrem ruhig es ist. Kein Geschrei, kein Trubel, keine Unordnung nur Stille um mich herum. Es ist so ungewohnt und fühlt sich für mich so fremd an. Da ich glaube, dass mir die Decke auf den Kopf fällt, packe ich meine Kamera in den Rucksack und streife durch München. Entdecke die Stadt, gehe bekannte und auch unbekannte Wege.

Die Wanderung führt mich zunächst an den Ostbahnhof.

An diesem Morgen herrscht hektisches Kommen und Gehen, da viele Trachtengruppen auf dem Weg zum Marienplatz sind, um dort an der Prozession zum Fronleichnam teilzunehmen. Ich lasse sie ziehen und geniesse die Ruhe um den Ostbahnhof und und streife herüber zum CCC.

Die Kellner räumen die Tische leer und es herrscht einfach nur Frieden.

Hier und da wandern Fußgänger zwischen den Blumenkübeln hindurch und die trocknen Blumen rascheln im Wind.

Oder war es doch der grüne Sonnenschirm?

Ich verharre und lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen.

Dann zieht es mich weiter in Richtung Innenstadt – zum Marienplatz. Doch das Gedränge und Geschiebe ist mir zu eng und zu laut und so lasse ich mich in Richtung der Frauenkirche treiben.

Wie es scheint, zieht mich heute die Stille an. Ich betrete die Frauenkirche und komme zur Ruhe.

Danach lenken sich meine Schritte von der Shoppingmeile für die Reichen und Schönen weg

hin zum Lenbachplatz, wobei in mir noch der Gedanke aufsteigt, wozu um Himmelswillen man eine goldene Rose braucht.

Die Dinger fangen doch eh nur Staub. Ich grinse wegen des Gedanken.Dann wandere ich durch die Wiesen und Grünanlagen.

Immer wieder erstaunt es mich, welche tollen Naturaufnahmen in der Stadt möglich sind.

Fast falle ich in den Wittelsbacher Brunnen am Lenbachplatz und fange an zu lachen.

Typisch Daggi wie immer in Gedanken und nicht bei der Sache.  Nun entdecke ich abstrakte Formen. Ein Fahrradständer

und eine Figur vor einem Friseur

wecken mein Interesse. Ich sehe die Schwarzweissbilder förmlich vor mir. Das Ergebnis gibt mir schließlich recht. Am Nachmittag wandere ich am Gärtnerplatz entlang.

Ich genieße zwei leckere Kugen Eis von Delfiore, die zwar nicht billig aber extrem lecker sind. Ich setze mich am Gärtnerplatz nieder und beobachte die Menschen und das Treiben um mich herum.

Das ist reines Glück.

Weiter geht es über den Viktualienmarkt und den Marienplatz. Dort lausche ich den Klängen eines Musikers

und finde wunderschöne Glasflaschen,

um dann beschwingt zum Kolumbusplatz zu fahren. Hier lasse ich den Tag mit einem guten Essen in Miss Lillys ausklingen.

Auf dem Heimweg erwischt mich dann noch der Blick des Killerhuhns.Ich sinke nach diesem Tag zufrieden und glücklich auf meine Couch und spüre meinen Muskelkater.