Hamburg

Hamburg immer wieder zieht es mich nach Hamburg.

Diese Stadt an der Mündung der Elbe, den Fluss der meine alte Heimat (das Havelland) mit dem Meer verbindet – Sehnsuchtsort.

Im Gegensatz zum auf Hochglanz polierten München ist Hamburg so scheint es offener und ehrlicher.

Das Wasser entlang der Alster ist es was mich dieses Mal in den Bann zieht und so wandere ich am frühen Morgen entlang des Ufers der Alster vom Hauptbahnhof bis hinauf zum Stadtpark und ich lasse mich beim Fotografieren treiben.

 

Jogger kreuzen meinen Weg, Wildgänse fressen das junge Gras am Ufer,

Blessrallen tauschen ab oder dösen im Wasser,

Schwäne ziehen ihre Bahnen und im Hintergrund braust der Strassenverkehr.

Ich komme zur Ruhe und zu mir. Wandere und schaue umher, mache Fotos.

Finde vergessene oder abgestellte Espandrillos auf einer Parkbank.

Entdecke Spiegelungen im Wasser und will diese unbedingt fotografieren.

Beobachte wie ein Angler einen dicken fetten Karpfen fängt.

Der bittet mich stehen zu bleiben und ein Foto von ihm und seinen Fang zu machen mit seinem Smartphone. Er würde den Fisch nachher wieder ins Wasser schmeißen, meint er. Ich grinse nur…

Ich komme an einer Moschee vorbei und lasse dieses Bild auf mich wirken. Es scheint, als passe dieses Haus nicht hierher und gehöre doch hierher?

Wie so oft frage ich mich, warum können die Menschen nicht einfach friedlich zusammenleben? Gauben ist nach meiner Meinung Privatsache und sollte es bleiben. Viel wichtiger ist doch die Toleranz und das Miteinander. Für welchen Glauben sollte ich mich denn entscheiden, wenn es selbst in meiner Familie da die unterschiedlichsten Meinungen gibt, von Katholiken, Evangelisten, Bhuddisten und Atheisten ist da alles dabei.

Genauso wie dieser bekloppte Wahnsinn mit dem Ausländerhass, der wieder salonfähig wird. Was ist denn das für ein grosser Bullshit. Darf ich dann nie wieder mit meinem Schwager und meinen Nichten und Neffen reden oder was? Das sind genauso Menschen wie ich und meine Familie – so ein kompletter Schwachsinn. Vernünftige Bildung und gute Chancen für alle machen doch viel mehr Sinn. Gute Ausbildung für Mütter, Kinder, Väter, Offenheit und Freundlichkeit – trotzdem auch Wachsamkeit.

Solche Gedanken schießen mir vor der Moschee durch den Kopf, während ich versuche das perfekte Bild zu machen. Danach verfranse ich mich im Gewusel der Stadt genauso wie in meinen Gedanken und fluche vor mich hin. Irgendwo hier bin ich falsch abgebogen. Eine Brücke, die ich suche, wurde abgerissen. Ich fluche. Das heißt Umwege gehen und neu orientieren.

Nur noch eine Stunde Zeit um ans Ziel zu kommen und Hunger im Bauch. Schlechte Vorzeichen. Also nachdenken- Verstand einschalten. Da ein Cafe. Das ist meine Rettung. Jetzt wird erstmal gefrühstückt. In diesem Sinne bis zum nächsten Blog.

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